Sport : So schön wie Samt und Seide Iris Hamelberg macht Lampen aus Porzellan

Inge Ahrens

Sie hat den Schwung raus: Iris Hamelberg, die 34-jährige Keramikerin mit eigener Werkstatt nebst Laden in der Mitte Berlins. Milde schimmert das Licht durch ihre beinfarbenen Lampenschirme und wirft ein anmutiges Licht auf die junge Frau an der Drehscheibe. Porzellan wie Samt und Seide entsteht hier. Glatt und rau zugleich, kühl und warm beim Berühren, eher dickwandig, mit einem Dekor, das von innen nach außen läuft oder satt korallenfarben einen dicken Strich markiert.

„Gefäße mit dienendem Charakter“ nennt Iris Hamelberg ihre Arbeiten. Das sind Formensets, Espressobecher, Vasen, Schalen und eben Lampen, deren zierliche Schirme von der Decke baumeln. Ihre neuesten Formen sind ganz organisch. Alvar Altos „Savoy“-Vasen aus den dreißiger Jahren lassen grüßen, so fließend sind sie und doch so anders in Porzellan gearbeitet von Iris Hamelberg. Inspiriert von ihrer hobbytöpfernden Großmutter, die ihr auch den ersten Brennofen vererbte, wurde Iris Hamelberg Keramikerin. Dabei ist Keramik nur der Begriff für alles Gebrannte: Irdenware eben, Steinzeug, Steingut und Porzellan. „Porzellan ist am meisten verdichtet“, schwärmt sie, „sehr fein, kurz vorm Verglasen. Dieser helle Klang!“

Gießen oder drehen? Sie entschied sich fürs Drehen, ohne Gussnähte. Dafür sieht man die feinen Drehrillen, die im Gegen- und Glühlampenlicht dunkel durchschimmern. Bis aus der plastischen Masse ein Gefäß wird, ist es ein konzentrierter Weg. Das Porzellan als Masse wird geschlagen, kommt auf die Drehscheibe, muss trocknen und mit einer Art Raspel nachbearbeitet werden. Ist es fertig, muss es wochenlang „weißtrocknen“. So nennt man das Durchtrocknen. Dann ab damit in den Ofen, Schrühen heißt das in der Fachsprache. Es folgt die Glasur. Unglasierte Flächen bekommen ihren ultimativen Glanz mit einem Diamantschleifer verpasst. Das Porzellan ist am Ende um zwanzig Prozent geschrumpft. „Transluzent“ nennt das Iris Hamelberg. Zum Berühren schön.

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