SO SPIELEN DIE GEGNER DER DEUTSCHEN : Ewige Hoffnung und furioser Jugendstil

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PORTUGAL

Die Portugiesen zählen seit zehn Jahren zu den großen nicht eingelösten Versprechen des Weltfußballs. Die jetzige Mannschaft leidet ein wenig darunter, dass sie in der öffentlichen Wahrnehmung reduziert wird auf Cristiano Ronaldo, auf seine Dribblings, Freistöße und Mätzchen. Nur trifft der Stürmer im Nationaldress nicht halb so zuverlässig wie bei Real Madrid oder früher Manchester United. Vielleicht war das Play-off-Rückspiel gegen Bosnien-Herzegowina die Kurve zum Erfolg. Beim 6:2-Sieg spielte Cristiano Ronaldo so, wie es sich für einen Kapitän gehört und erzielte zwei Tore. Gegen die Portugiesen spricht, dass sie nicht mit der bestmöglichen Besetzung nach Osteuropa reisen werden. Die Verteidiger Ricardo Carvalho und José Bosingwa überwarfen sich mit Nationaltrainer Paulo Bento und werden den Frühsommer daheim im Kreis ihrer Familien verbringen.

NIEDERLANDE

Über die schleichende Wandlung der Elftal von brasilianischem Zauber hin zu deutscher Athletik ist viel philosophiert worden, und am unangenehmsten berührt es die holländische Öffentlichkeit, dass diese Unterstellung auch noch den Tatsachen entspricht! Der niederländische Finaleinzug 2010 bei der WM war ähnlich elegant wie der deutsche 2002 in Fernost. Und so schwer gekränkt wie vor ein paar Wochen beim 0:3 im Test von Hamburg wurden die Holländer zuletzt in den Sechzigern bei einer verpassten EM-Qualifikation gegen, nun ja, Luxemburg. Trainer Bert van Marwijk verfügt über grandiose Individualisten wie Robin van Persie, Arjen Robben oder Wesley Sneijder, die jede Woche in den besten Ligen Europas gefordert werden. Es ist an van Marwijk, etwas daraus zu machen.

DÄNEMARK

Nationaltrainer Morten Olsen vertraut der Jugend um den 19-jährigen Christian Eriksen – und wurde in der souveränen Qualifikation mit furiosem Angriffsfußball belohnt. Zudem hat sich William Kvist beim VfB Stuttgart zu einem Mittelfeldspieler europäischer Spitzenklasse entwickelt, Daniel Agger und Nicklas Bendtner garantieren mit ihrer Erfahrung in der Premier League internationale Qualität. Der 33-jährige Dennis Rommedahl will sich nach Wanderjahren quer durch Europa nun bei Bröndby Kopenhagen für einen Platz im EM-Aufgebot empfehlen. Sven Goldmann

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