• So weit wie sonst noch niemand Fifa-Chef Blatter lobt die Organisation für die WM 2006

Sport : So weit wie sonst noch niemand Fifa-Chef Blatter lobt die Organisation für die WM 2006

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Gelsenkirchen (dpa). Mit den Stadionbauten im Plan, bei der Sponsorensuche sogar fast schon am Ziel: Die Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland gehen in einem derart rasendem Tempo voran, dass selbst der oberste FußballChef nur noch staunen kann. „Noch nie war man zu einem derart frühen Zeitpunkt schon so weit mit den Planungen“, sagte Joseph Blatter, der Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa, bei der feierlichen Präsentation des WM-Emblems in der Arena Auf Schalke (siehe auch nebenstehenden Beitrag).

Nach den überaus schwierigen und kostspieligen Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan ist man beim Weltverband froh, dass die Deutschen ihren Ruf als Organisations-Weltmeister zu bestätigen scheinen. Dies, so rechnete Blatter vor, zahle sich schon jetzt in barer Münze aus. Während die Fifa ein Jahr vor der WM in Asien erst zehn von 15 Sponsorenpaketen abgesetzt hatte, sind dreieinhalb Jahre vor der WM in Deutschland fast alle Fördererverträge abgeschlossen. Blatter lobte deshalb den Deutschen Fußball-Bund: „Dies spricht für die Glaubwürdigkeit des Fußballs und des ausrichtenden Verbandes.“

Die nationale Sponsorensuche sei bis Mitte kommenden Jahres beendet, sagte Fedor Radmann, der Vizepräsident des Organisationskomitees. Mit der am Mittwoch präsentierten Baumarktkette Obi sind drei der maximal sechs Geldgeber gefunden. Damit ist man bei der Finanzierung der schätzungsweise 400 Millionen Euro teuren Veranstaltung einen großen Schritt weiter. Wie hoch die Eintrittspreise ausfallen, wird frühestens in einem Jahr festgelegt. Der Kartenvorverkauf soll Anfang 2005 beginnen.

Die organisatorischen Planungen laufen schon längst. Vertreter der Ausrichterstädte und der beteiligten Stadien trafen sich am Dienstag und Mittwoch zum ersten Workshop in Essen, parallel dazu tagten in Köln die Sponsoren und Förderer der WM. Auch für den Fan sind Informationen jetzt im Internet abrufbar (siehe Adresse unten).

EU überprüft öffentliche Hilfen

Doch es gibt auch Kritik: Mitten in die Logo-Präsentation platzte die Nachricht, EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti stelle staatliche Hilfen für Stadien in Frage. Laut „Financial Times Deutschland“ prüfe Monti die öffentlichen Zuschüsse für den Neu- oder Ausbau der Arenen in Köln, München, Leipzig, Hannover und Berlin (siehe auch Seite 12). Montis Sprecher Tilman Lüder sagte dazu in Brüssel, dass die EU die Finanzhilfen nicht generell in Frage stelle. Sie prüfe lediglich die Zuschüsse für den Umbau der AWD- Arena in Hannover. Dort steuert das Land 21,5 Millionen Euro bei. „Dazu liegen uns zwei Beschwerden vor, so dass wir tätig werden mussten“, sagte Lüder. Zu klären sei, ob das Geld als Infrastruktur-Hilfe wie beim Bau von Straßen und Brücken der Allgemeinheit zu Gute komme. Falls ein besonderer Nutznießer auszumachen ist, etwa der Stadionbetreiber, verzerre die Finanzspritze den Wettbewerb. Sollte die Kommission feststellen, dass Beihilfen rechtswidrig seien, könne sie die Zahlung kürzen oder verbieten.

Die neue Internetseite zur WM 2006:

fifaworldcup.yahoo.com/de/06/loc/

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