Sport : Sogar Deutsche kommen zum Einsatz

Flensburg schlägt die Füchse locker 35:26 im Handball-Pokal – die Berliner machen es dem Gegner leicht

Hartmut Moheit

Berlin - Es sah schon etwas nach Höchststrafe aus, was sich Lars Christiansen da hatte einfallen lassen. In der 14. Minute hob er beim Siebenmeter den Ball locker über Jens Vortmann hinweg. Das Risiko konnte sich Christiansen im Pokalspiel bei den Füchsen Berlin leisten. Die SG Flensburg-Handewitt führte im Horst-Korber-Zentrum schließlich schon 9:5. Der Traum der Berliner, in der dritten Pokalrunde das Champions-League-Team überraschen zu können, war schnell der Realität gewichen. Letztlich wurde dem Bundesligazweiten der 35:26 (20:10)-Sieg viel zu leicht gemacht.

Dabei waren die Gäste durchaus mit Respekt angereist. „Die Füchse waren für uns kein Glückslos“, sagte Trainer Kent-Harry Andersson und schlussfolgerte: „Dieser Erfolg wird uns weiter Selbstvertrauen geben.“

Die Füchse hatten in der ersten Viertelstunde nicht überzeugt, und es sollte auch nach dem 10:5 für Flensburg nicht mehr viel besser werden. Die Gäste aus dem Norden spielten in Deckung und Angriff richtig Handball, die Füchse dagegen übertrafen sich gegenseitig an Harmlosigkeit. Vor allem Mark Bult nahm sich einen Wurf nach dem anderen, erst als es 6:17 (23. Minute) stand, erzielte er seinen ersten Treffer.

Da seine Team- Kollegen aus dem Rückraum gestern auch keine bessere Quote erreichten, drohte zur Halbzeit sogar eine Blamage. „Das hatten wir uns ganz anders vorgestellt. Vor allem in der Anfangsphase konnten wir uns auf die starke Abwehr nicht einstellen“, sagte ein enttäuschter Füchse-Trainer Jörn-Uwe Lommel.

Dass er auf Kjetil Strand verzichten musste, den verletzten norwegischen Spielmacher und bisher erfolgreichsten Werfer des Teams, hatte seine Mannschaft zwar geschwächt, aber den blassen Gesamtauftritt erklärte das nicht. Den Pokalkampf präsentierten die Füchse erst in der zweiten Halbzeit. Da war es für eine Überraschung zwar längst zu spät, aber auch die 783 Zuschauer hatten schließlich zumindest darauf ein Recht.

Dankbar bejubelten sie jede gelungene Aktion. Torwart Petr Stochl hielt einige freie Bälle der Flensburger und auch im Angriff wurden die Chancen ein wenig besser genutzt. So vergrößerte sich der Abstand wenigstens nicht weiter.

Aber das war auch der Tatsache geschuldet, das Andersson ab der 45. Minute auch seiner zweiten Reihe eine Chance gab. Selbst deutsche Spieler kamen da zum Einsatz, von denen die SG vier in ihren Reihen hat. Aber keiner davon ist Stammspieler. „Wir wollen in diesem Jahr unbedingt ins Final Four, da brauchen wir bei unseren großen Saisonprogramm alle Spieler“, sagte Andersson.

Die Füchse bekamen „deutlich ihre Grenzen aufgezeigt“, sagte Lommel, aber er hoffte zugleich auch auf eine Steigerung schon am kommenden Samstag vor 15 000 Fans in der O2-World gegen den TBV Lemgo. Da geht es für die Berliner im Bundesliga-Alltag nicht nur um Punkte, sondern auch darum, den bisher guten Saisoneindruck zu bestätigen. Der Auftritt im Pokal – nicht das Ergebnis gegen den Favoriten – hat einen Kratzer hinterlassen.

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