• Solange das Zweitstartrecht nicht im Amtsblatt veröffentlicht wurde, dürfen Pasagolu und Schlotterbeck nicht für Spandau ins Becken

Sport : Solange das Zweitstartrecht nicht im Amtsblatt veröffentlicht wurde, dürfen Pasagolu und Schlotterbeck nicht für Spandau ins Becken

Hartmut Moheit

Ein Stück aus dem Tollhaus leistet sich wieder einmal die Wasserball-Fraktion im Deutschen Schwimmverband. Zwar ist das Zweitstartrecht von Spielern seit Saisonbeginn beschlossene Sache, aber in der Praxis kann es nicht angewandt werden. "Ein Unding, erst wenn es im Amtsblatt steht, dann können wir danach verfahren", schimpft Peter Röhle, der nicht einmal den Erscheinungstermin des ominösen Schriftstücks kennt. Für den Trainer der Wasserfreunde Spandau 04 bedeutet dies, dass die Jugend-Nationalspieler Deniz Pasaoglu und Andreas Schlotterbeck vom SC Wedding von ihm weiterhin nicht in hochkarätigen Spielen eingesetzt werden dürfen. Und das in einer Sportart, die von einstiger Weltklasse bis fast in die Bedeutungslosigkeit versunken ist, der nur talentierter Nachwuchs zu neuer Blüte verhelfen kann. "Bürokratie, Egoismus und Inkonsequenz von Bundestrainer Uwe Sterzig haben diesen Vorgang befördert", weiß Röhle, dem es nicht in den Kopf will, dass ein international wieder erstarkendes Spandauer Team einem Wasserball-Verantwortlichen nicht in den Kram passen soll.

Unverdrossen setzt er dennoch ("Wir haben keine andere Chance") auch auf den Nachwuchs. Beim 5. Alfred-Balen-Turnier von heute bis zum Sonntag können sich seine acht Routiniers (sechs Feldspieler und zwei Torhüter) sowie die verbliebenen Heißsporne mit starker Konkurrenz messen. Zum Auftakt spielen die Wasserfreunde heute um 18 Uhr gegen den rumänischen Titelträger Crisul Oradea, während anschließend Naftagas Becej (Europacup-Finalist) und Vougliameni Athen (Meister des Vorjahres und aktueller Pokalsieger in Griechenland) aufeinander treffen werden. Für Röhle eine "gewollt starke Gegnerschaft", denn noch in diesem Monat müssen die Wasserfreunde ihre Bestform erreichen.

Die Bundesliga-Begegnungen gegen den Aufsteiger SC Neustadt und die SG Neukölln werden dabei nicht mehr als Trainingscharakter haben. Zunächst möchte sich der deutsche Rekord-Meister und -Pokalsieger am kommenden Freitag aus Hannover von Waspo den Supercup zurückholen, und dann geht es vom 26. bis zum 28. in eigener Halle im Cup der Landesmeister um den Einzug in die Champions League. In diesem Turnier der Turniere gegen Titelverteidiger Split, Italiens Aushängeschild Rom und den Schweizer Meister Kreuzlingen wird es darum gehen, dass Spandau 04 wieder größere Beachtung verdient. Mit hohen Siegen in der Bundesliga ist kein Staat mehr zu machen. Der 21. Meistertitel im kommenden Jahr wird ebenso eine Pflichtaufgabe sein, wie es der 20. war. Für gesteigerte Reputation ist mehr vonnöten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar