Sport : Solide aufwärts

Hartmut Moheit

Es ist eine Nachricht zum Staunen: Die Füchse Berlin haben den norwegischen Handballstar Kjetil Strand verpflichtet. Einen wurfgewaltigen Regisseur, an dem renommierte Vereine in Deutschland und in Spanien interessiert waren. Warum ist dieser Coup gerade dem Erstliga-Aufsteiger gelungen? Und in zwei Wochen soll ein zweiter Spieler von ähnlichem internationalen Format hinzukommen. Das Signal an die Erste Liga ist eindeutig: Wir kommen nicht, um abzusteigen – wir kommen, um zu bleiben.

Mehr verspricht das Team um Manager Bob Hanning nicht. Aus gutem Grund: Erfahrungen lehren, dass mit hohen Schulden erkaufter Erfolg nur kurzzeitig ist. Die Füchse aber setzen auf Solidität. So ist es ihnen in der medienwirksamen Trendsportart in zwei Jahren gelungen, einen Etat von jeweils 1,5 Millionen Euro zu akquirieren. Mindestens eine weitere Million soll fürs erste Erstligajahr hinzukommen. Und das in Berlin, wo kein Millionär mit dem Scheckheft winkt. Dass die Füchse die Erstligalizenz ohne Auflagen erhalten haben, spricht für ihren Kurs.

Wer nach einem Erfolgsgeheimnis für diesen Aufstieg sucht, wird schnell fündig. Die Füchse Berlin präsentieren sich ihren Geschäftspartnern als gläserner Verein mit realistischen Zielen. Damit werben insbesondere neue Berliner Unternehmen. Sie können gut damit leben, dass die Füchse zunächst nicht absteigen wollen. Sie vertrauen aber auch darauf, dass danach der nächste Schritt nach oben folgen wird. Und dass es wieder mal Nachrichten zum Staunen geben kann.

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