Sport : Sorgfalt vor Schnelligkeit

Cottbus sucht Nachfolger für Trainer Bommer.

Dem Grauen ein Ende. Rudi Bommer muss keine Energie-Spiele mehr sehen. Foto: dpa
Dem Grauen ein Ende. Rudi Bommer muss keine Energie-Spiele mehr sehen. Foto: dpaFoto: dpa

Cottbus - Die ersten Namen von möglichen Nachfolgern wurden schon gehandelt, als Rudi Bommer noch im Amt war. Dass der 56-Jährige als Trainer bei Energie Cottbus keine Zukunft mehr haben würde, war da bereits absehbar. Am Dienstag nun hat der Fußball-Zweitligist Bommer von seinen Aufgaben entbunden; wann sein Nachfolger die Arbeit aufnimmt, ist noch offen. Für die Cottbuser geht Sorgfalt vor Schnelligkeit. „Wir haben jetzt mehrere Gespräche mit einigen Kandidaten“, sagte Energies Präsident Ulrich Lepsch. „Es gibt keine Deadline.“ Als möglicher neuer Cheftrainer wird der Berliner Stephan Schmidt gehandelt. Der 37-Jährige hatte zuletzt als Trainer beim SC Paderborn gearbeitet. Zudem soll die Klubführung Kontakt zu Franco Foda aufgenommen haben, der vorher beim 1. FC Kaiserslautern tätig war. „Ich werde keine Namen kommentieren“, sagte Lepsch.

Fest steht, dass Uwe Speidel Co-Trainer bleibt, egal, wie der neue Trainer heißen wird. Bommers früherer Assistent übernimmt übergangsweise das Training, bis der FC Energie einen Nachfolger gefunden hat. Dieser soll wie auch schon Bommer bis zum Saisonende Trainer und Sportdirektor bleiben.

Am Dienstagvormittag hatte der Verein das Vertragsverhältnis mit Bommer, das noch bis Sommer 2014 lief, im gegenseitigen Einvernehmen beendet, wie es hieß. Somit ist klar, das Bommer eine Abfindung erhalten wird. „Wir haben die Situation sehr sachlich analysiert und sind gemeinsam zu der Erkenntnis gekommen, mit einer Veränderung den Druck vom Team nehmen zu können“, sagte Präsident Lepsch. Die Cottbuser sind nach der jüngsten Negativserie auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht. 13 Punkte nach 13 Spieltagen sind der bislang schlechteste Saisonstart der Cottbuser in der Zweiten Liga.

„Am Samstag bin ich zu meiner Familie nach Hause gefahren, habe mit ihr die Situation besprochen. Ich habe immer betont, mich nicht an einen Posten zu klammern“, erklärte Bommer im Interview auf der Energie-Homepage: „Wenn ich das Gefühl habe, es geht nicht mehr, dann komme ich auf den Verein zu.“ Nach der 0:1-Heimniederlage gegen den VfL Bochum seien Verein und Bommer in den anschließenden Gesprächen übereingekommen, dass eine Trennung für den Klub die beste Lösung sei.

Am Montag hatte Bommer das Training zwar noch geleitet, doch schon da standen die Zeichen deutlich auf Trennung. Die Entlassung ist die fünfte in der laufenden Zweitligasaison. „Ich hatte eine bemerkenswerte Zeit in Cottbus“, sagte Bommer, der sich bereits von der Mannschaft verabschiedet hat. Dem Energie-Kader war für die laufende Saison durchaus zugetraut worden, um den Aufstieg mitzuspielen. Doch Bommer, der am 1. Januar 2012 beim FC Energie seine Arbeit aufgenommen hatte, brachte es nur auf einen Schnitt von 1,17 Punkten pro Spiel. Nun geht es in Cottbus darum, den Absturz in die Dritte Liga zu vermeiden. dpa

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