Sport : Souverän an der Spitze

Tabellenführer Werder Bremen fertigt den FSV Mainz 05 im Bruchwegstadion mit 6:1 ab

Frank Hellmann

Mainz - Da stand Jürgen Klopp nun in dem äußersten Eck seiner CoachingZone. Die Arme verschränkt, der Blick starr. Gestern Abend kurz vor 21 Uhr im Mainzer Bruchwegstadion: Das Bundesliga-Spiel gegen Werder Bremen war noch keine halbe Stunde alt, da hatten Klopp und seine Kicker bereits alles verloren. 0:3 hieß es nach 21 Minuten, 1:6 (0:3) schließlich nach 90 Minuten, in denen sich zwischen dem Abstiegskandidaten aus Mainz und dem Spitzenreiter aus Bremen ein Klassenunterschied offenbarte und der Verlierer mit dem Ergebnis noch gut bedient war. Schon das letzte Auswärtsspiel beim VfL Bochum hatte Werder 6:0 gewonnen. „Die Mannschaft hat vor allem in der ersten Halbzeit sehr viel richtig gemacht“, sagte Bremens Sportdirektor Klaus Allofs.

Werder bleibt damit auf abgeklärte Art Tabellenführer. Und die Mainzer? Die pure Tatsache der Niederlage wäre gar nicht weiter schlimm, hätte nicht Klopp die gestrige Begegnung im Vorfeld mit viel Bedeutung überladen. Ein Mannschaftsabend mit Spielerfrauen, eine Videostunde der Mainzer Fußball-Geschichte, und noch während des Aufwärmens hatten die Spieler ein Transparent mit der Aufschrift „100 Prozent Einsatz für unser Ziel“ auf dem Rasen präsentiert. Der Stadionsprecher hatte sich als hüpfender und kreischender Einpeitscher betätigt, die Zuschauer Wunderkerzen angezündet.

Es war großer Aufwand mit wenig Wirkung. Nach einer Viertelstunde ließ sich der Mainzer Kapitän Manuel Friedrich von Nationalmannschafts-Kollege Miroslav Klose überlaufen, der seine torlose Phase nach Vorarbeit seines Sturmkollegen Aaron Hunt nach 797 Minuten beendete. Fortan setzte der bis dato nicht überzeugende Tabellenführer zur Demontage an, weil das Mainzer Mittelfeld nicht am Spiel teilnahm und sich die Innenverteidiger Manuel Friedrich und Nikolce Noveski hanebüchene Stellungsfehler leisteten, die Abseitsfalle der Mainzer war ein Witz.

Die Folge: Aaron Hunt nach feiner Vorlage von Klose und erneut Klose – nach Vorlage von Hunt – entschieden das einseitige Spiel innerhalb von sieben Minuten. Nach der Pause ließen die Bremer die Mainzer etwas besser ins Spiel kommen, eine Viertelstunde vor Schluss gelang Mimoun Azaouagh mit einem direkten Freistoß das 1:3. Doch Hunt schoss kurz darauf das 4:1. Die Vorarbeit hatte, wer sonst, Miroslav Klose geleistet.

Aber auch andere Bremer durften in der Schlussphase noch Tore schießen: Naldo per Kopf und Diego mit einem abgefälschten Schuss gelangen die Tore Nummer 17 und 18 für Werder in den vergangenen vier Spielen.

Werder bleibt souverän an der Spitze der Liga, dem FSV Mainz 05 fehlt in dieser Verfassung schlichtweg die Bundesliga-Qualität.

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