Sport : Souverän in Altersklasse 41

Claudia Pechstein freut sich über zweimal Bronze.

Mit den Medaillen kommen die Tränen. Claudia Pechstein, Berlins ewig junge Eisschnellläuferin. Foto: AFP
Mit den Medaillen kommen die Tränen. Claudia Pechstein, Berlins ewig junge Eisschnellläuferin. Foto: AFPFoto: AFP

Sotschi - Bei einem Bier an der Hotelbar fiel bei Claudia Pechstein um Mitternacht die ganze Anspannung der vergangenen Tage ab. Mit ihren zwei Bronzemedaillen hatte die älteste Eisschnellläuferin der Weltelite ihren Kampfgeist demonstriert und dem deutschen Verband bei den Weltmeisterschaften in Sotschi die dürftige Bilanz geschönt. Auf den 5000 Metern gewann Pechstein in ihrem 14. WM-Rennen die 13. Medaille – das wird ihr kaum mehr jemand nachmachen. Da tat ihrer Freude auch keinen Abbruch, dass sie beim abschließenden Teamrennen mit Bente Kraus und Monique Angermüller ihre dritte Medaille um 0,18 Sekunden verpasste. „Das erste Mal in dieser Konstellation: Es hat gut funktioniert“, sagte Pechstein über Platz vier am Sonntag.

Auf dem Eis hinterließ Pechstein einen weit besseren Eindruck in der Olympia-Stadt als zuvor im Psycho-Duell gegen Erzrivalin Stephanie Beckert. Ihr öffentlicher Vorwurf der „vorsätzlichen Arbeitsverweigerung“ erwies sich spätestens nach den WM-Rennen als unbegründet. Der Erfurterin Beckert fehlt nach nicht optimaler Vorbereitung die Form vergangener Jahre. Die Plätze sieben (3000 Meter) und fünf (5000 Meter) entsprachen nicht ihrem Potenzial.

„Mehr war nicht drin, weil mein Kopf nicht frei war“, sagte die Erfurter Olympiasiegerin mit Hinweis auf die wiederholten Sticheleien Pechsteins. Ihr Manager Klaus Kärcher forderte Konsequenzen von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft. „Stephanie ist völlig am Ende. Sie hat einfach nicht die Kraft wie Anni Friesinger, die Attacken von Frau Pechstein abzuwehren“, sagte er. „Auch wenn sie in bester Form gewesen wäre, hätte sie den Team-Lauf nicht bestritten“, sagte Kärcher. Er hoffe nun auf eine baldige Klärung des Streits durch den Verband. „Es muss unbedingt eine Lösung her, damit Stephanie nicht in letzter Konsequenz ihre Karriere beendet.“ dpa

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