Sport : Souverän zum ersten Sieg

Alba Berlin gewinnt zum Auftakt der Basketball-Bundesliga 84:61 in Würzburg

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Von Stefan Mantel

Würzburg. Zwei Minuten lang durften sie hoffen, die Würzburger Basketballer und ihre Fans. Das neu formierte Team von s. Oliver Würzburg war zur Eröffnung der Bundesliga-Saison gegen den Deutschen Meister Alba Berlin angetreten, und nach den ersten zwei Minuten führten die Gastgeber mit 4:2. „Let’s go Würzburg, let’s go“, riefen 2600 begeisterte Zuschauer. Doch die Gäste aus Berlin, nach dem Weggang von Wendell Alexis ebenfalls neu formiert, ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. In den folgenden Minuten warfen sie Korb um Korb und ließen keinen gegnerischen Punkt zu. Nach sieben Spielminuten stand es aus Würzburger Sicht 4:22 – die Partie war entschieden. Am Ende gewann Alba souverän mit 84:61 (49:27) und setzte sich gleich an die Tabellenspitze. Und in der Halle war es still.

Alba bot am Freitagabend über die gesamte Spielzeit hinweg eine Leistung, wie sie auch in den entscheidenden Spielen der vergangenen Saison zu beobachten war. Die Mannschaft verteidigte hart, holte sich Rebound um Rebound und konterte den Gegner schließlich schnellen Schrittes aus. Am erfolgreichsten in den ersten beiden Vierteln waren dabei Center Jovo Stanojevic mit elf Punkten sowie Marko Pesic mit zehn Punkten. Am Ende wies Angreifer Quadre Lollis mit 16 Zählern die beste Bilanz auf. In einer ausgewogen guten Mannschaft ragte aber auch er nicht heraus – denn bei der munter wechselnden Alba-Truppe lieferte kein einziger Akteur eine schwache oder auch nur eine durchschnittliche Leistung ab.

Die Würzburger dagegen rannten den Gästen das gesamte Spiel hinterher. Immer schienen sie zwei oder drei Schritte zu spät zu kommen, immer einen Gedanken zurück zu sein. Erschwerend kam hinzu, dass die Mannschaft überhaupt nicht eingespielt war. Die Würzburger, mit zwölf Neuen im Kader, hatten erst einen Tag vor dem Spiel ihr Team komplett zusammengestellt. Und das sah man ihnen an: Viele Laufwege in der Defensive wirkten nicht abgestimmt. Die eigenen Würfe wurden überhastet abgeschlossen und verfehlten deshalb in den meisten Fällen das Ziel.

Aus all diesen Gründen hatten es die Berliner Basketballer leicht bei ihrem Gastspiel in Würzburg. In der zweiten Hälfte der Partie geriet ihr Sieg nie in Gefahr, auch wenn Trainer Emir Mutapcic beklagte, seine Spieler hätten „am Ende ein bisschen nachgelassen“. Insgesamt präsentierten sich die Berliner schon im ersten Spiel der Saison wie ein Meister: ruhig, abgeklärt, erfolgreich.

„Alba zittert schon“, hatten Würzburger Fans auf ein Plakat geschrieben, dass sie vor dem Spiel in der Halle aufgehängt hatten. Auf dem Feld gab die Berliner Mannschaft ihre Antwort: Die anderen müssen vor Alba zittern.

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