Sport : Souveräner Auftritt

Weltmeisterin Klüft reagiert gelassen auf Sticheleien

Jörg Wenig

Helsinki - Eunice Barber hatte ihre knappe Niederlage gegen Carolina Klüft nicht gut verkraftet. Die französische Siebenkämpferin hatte mit 6824 Punkten Silber geholt bei der Leichtathletik-WM in Helsinki, und auch nach dem Wettkampf sagte sie: „Ich glaube, Carolinas bester Weitsprung war ungültig.“ 6,87 Meter hatte die Schwedin erreicht und damit die Führung übernommen. Sie legte damit die Grundlage für ihren späteren Titelgewinn (6887). Die Franzosen hatten sofort gegen den Sprung protestiert, aber die Jury entschied: Er war gültig. Klüft sagte nur: „Wenn sie glaubt, dass etwas nicht stimmt, darf sie protestieren. Ich hätte es genauso gemacht.“

Klüft ist souverän. „Es war ein toller Wettkampf, wobei ich am ersten Tag immer das Gefühl hatte, Gegenwind zu haben“, sagte die 22-jährige Titelverteidigerin. Sie meinte damit nicht bloß den Wind im Stadion, sondern auch auf ihren linken Knöchel an, an dem sie sich kurz vor dem Wettkampf verletzt hatte. Er war grün und blau angelaufen. Trotzdem reichte es zu Gold. Aber es war knapp.

Vor dem abschließenden 800-Meter-Lauf betrug Klüfts Vorsprung nur 18 Punkte. Während Barber mit einem offensiven Rennen alles versuchte, lief die Schwedin clever. Sie dosierte ihr Tempo und zog an der Französin vorbei, als der die Kräfte ausgingen. „Heute hatte ich auf jeden Fall Rückenwind", sagte Klüft.

Nur bei der WM 1993 in Stuttgart war es im Siebenkampf ähnlich spannend zugegangen. Da führte vor dem 800-Meter-Lauf Sabine Braun aus Wattenscheid mit nur sieben Punkten Vorsprung auf Jackie Joyner-Kersee. Doch es war klar, dass die US-Amerikanerin die klar bessere Zeit erreichen würde. Am Ende siegte Joyner-Kersee. Ihr Vorsprung: 40 Punkte.

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