Sport : Spät überzeugt

Nowitzki steigert sich und siegt mit dem deutschen Team 70:56 gegen die Türkei

Benedikt Voigt

Berlin – In der 14. Spielminute stöhnte ein Teil der Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle schmerzvoll auf. Dirk Nowitzki hatte eine jener Bewegungen gemacht, die man von ihm öfters in der nordamerikanischen Profiliga NBA sieht. Mit dem Rücken zum Korb stehend, drehte er sich plötzlich um, und warf den Ball im Zurückfallen – an den Ring. Letzteres freilich sieht man von ihm nicht so oft. „Oh“ tönte es enttäuscht durch die Halle. Wieder kein Punkt von Dirk Nowitzki.

Bei seinem ersten Auftritt in der Max- Schmeling-Halle hat der NBA-Spieler Dirk Nowitzki eine Halbzeit lang die Erwartungen der Zuschauer nicht befriedigen können. So lange blieb der deutsche Basketballstar ohne Punkt, am Ende aber erzielte er wie Robert Garrett immerhin zwölf Punkte. Er hatte damit großen Anteil daran, dass die deutsche Nationalmannschaft beim Supercup in Berlin vor 5900 Zuschauern gegen die Türkei ein mäßiges Spiel 70:56 (29:21) gewinnen konnte. Die Mannschaft hatte sich nach einem schwachen zweiten Viertel (13:14) in der zweiten Halbzeit gegen ein schwaches türkisches Team gesteigert. Es war ohnehin nicht der Abend der NBA-Spieler. Frankreich, das mit insgesamt sechs Spielern aus der besten Basketball-Liga der Welt angetreten war, hatte zuvor gegen Italien (65:79) enttäuscht. Heute kommt es daher im Finale des Supercups zum Spiel Italien gegen Deutschland (18 Uhr).

Der Supercup dient Bundestrainer Dirk Bauermann als vorletztes Testturnier vor der WM in Japan. Nach diesem Miniturnier will er den Kader der zwölf Spieler bekannt geben, die am 19. August in Hiroshima gegen Japan antreten werden. Robert Maras dürfte nicht dazugehören, das hat Bauermann bereits deutlich gemacht. Und nach den Einwechslungen gegen die Türkei zu schließen, könnte es auch für Sven Schultze schwer werden. Er kam als letzter ins Spiel. In der zweiten Halbzeit fehlte auch Demond Greene, der wegen einer Oberschenkelverhärtung nicht mehr spielte.

Zudem sucht Bauermann immer noch nach einer Idealbesetzung auf der Aufbauposition. Mithat Demirel durfte in der Max-Schmeling-Halle beginnen, dort, wo der ehemalige Spieler von Alba Berlin immer noch Publikumsliebling ist. Neben dem aktuellen Alba-Spieler Greene und Nowitzki erhielt er bei der Vorstellung den größten Beifall. Demirel konnte neben Steffen Hamann, der später ins Spiel kam, am ehesten überzeugen. Pascal Roller hingegen leistete sich zu viele Ballverluste. Schwer taten sich auch jene Spieler, die allmählich in das Team hineinwachsen sollen. Johannes Herber blieb ohne Punkt, Julian Sensley, Amerikaner mit deutschem Pass, erzielte in der zweiten Halbzeit seine einzigen beiden Punkte. Doch es bleibt Zeit zur Verbesserung. Wie bei Nowitzki. Irgendwann im letzten Viertel stellte er sich an der Grundlinie erneut mit dem Rücken zum Korb, drehte sich plötzlich, warf im Zurückfallen – drin. Der Rest war Jubel.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben