Sport : Späte Ehre für einen Sprinter

Lars Spannagel

Es wurde ja auch Zeit. Im für einen Stoßstürmer hohen Alter von 32 erfährt Alexander Zickler eine späte Würdigung: In Österreich wurde er zum Fußballer des Jahres gewählt. In Deutschland verhinderte allein sein langjähriger Arbeitgeber Bayern München diese Ehrung, indem er Zickler immer wieder klangvolle Namen vor die sprintstarke Nase setzte: Sutter. Kostadinow. Daei. Jancker. Alexander „Zico“ Zickler schoss trotzdem seine Tore, meist als Edeljoker. Erst bei seinem aktuellen Verein Red Bull Salzburg lässt ihn das Gespann Trapattoni/Matthäus von Beginn an spielen. Diesen Schachzug zahlt er dem kongenialen Duo mit bisher 16 Saisontoren in 19 Spielen zurück. Bereits am ersten Spieltag gelang Zickler ein Hattrick gegen den allzu oft unterschätzten SV Josko Fenster Ried, am nächsten Wochenende knackte er das Abwehrbollwerk von Cashpoint SCR Altach, ehe er am 15. Spieltag den FC Superfund mit einem weiteren Hattrick entzauberte.

Kein Wunder also, dass die österreichischen Trainer Zickler mit großem Abstand zum Fußballer des Jahres wählten – trotz seines deutschen Passes. Abgeschlagen landeten die hierzulande erstaunlicherweise kaum bekannten Jocelyn Blanchard und Sanel Kuljic auf den nächsten Plätzen. Nächstes Jahr wird es Zickler schwer haben, seinen Titel zu verteidigen. Seine alte Nemesis Carsten Jancker (zuletzt Schanghai Schenhu) ist zurück in Österreich, beim SV Mattersburg. Es ist zu erwarten, dass sich die beiden gegenseitig zum Torrausch pushen. Lange wird es sich Jogi Löw nicht erlauben können, unsere Alpenlegionäre zu missachten.

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