Sport : Später Lernerfolg

Beim 3:0 gegen Stuttgart zeigt Schalke eine der besten Saisonleistungen.

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Doppellutscher. Jefferson Farfan (Mitte) konnte beim 3:0-Sieg der Schalker gegen den VfB Stuttgart gleich zweimal als Torschütze jubeln. Foto: dpa
Doppellutscher. Jefferson Farfan (Mitte) konnte beim 3:0-Sieg der Schalker gegen den VfB Stuttgart gleich zweimal als Torschütze...Foto: dpa

Gelsenkirchen - Die Welt des FC Schalke 04 sah plötzlich wieder besser aus. Das souveräne 3:0 (1:0) gegen den VfB Stuttgart hatte große Erleichterung bei den Verantwortlichen ausgelöst. „Wir sind zusammengeschweißt. Die Mannschaft, das Team, der Verein“, sagte Jens Keller nach der Partie etwas pathetisch. Die Kritik an den Leistungen seiner Mannschaft hatten dem Trainer der Schalker zuletzt zugesetzt. Er wirkte häufig gereizt und einsilbig. Doch an diesem Abend genoss Keller den Erfolg sichtlich. Seine Mannschaft hatte immerhin eine ihrer besten Saisonleistungen geboten. „Darauf können wir aufbauen“, sagte Keller. „Wir haben endlich nach der Führung offensiv verteidigt, das, was wir immer von der Mannschaft gefordert haben. Was sie aber nicht immer gemacht hat.“

Schalkes Trainer hofft weiter auf den späten Lerneffekt seiner Spieler. Noch ist es nicht zu spät. Schließlich kommen nun entscheidende Wochen auf ihn und sein Team zu. Am Dienstag trifft Schalke im Achtelfinale im DFB-Pokal auf Hoffenheim. Eine Woche später kommt der FC Basel zum Endspiel um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League. Zudem steht der Jahresendspurt in der Bundesliga an. Die Partie gegen den VfB könnte dabei als Vorlage dienen.

Davor mussten die Schalker allerdings erst einmal eine Hiobsbotschaft verkraften. Dennis Aogo hatte sich im Abschlusstraining einen Kreuz- und Innenbandriss zugezogen und wird wohl bis zum Saisonende ausfallen. Der 26-Jährige ist nach Klaas-Jan Huntelaar (Innenband) und Marco Höger (Kreuzband) bereits der dritte Spieler, der mit einer schwere Knieverletzung ausfällt. Gerade auf der Position des linken Verteidigers, die Aogo zumeist bekleidete, hatten die Schalker akuten Handlungsbedarf. Weder Christian Fuchs noch Sead Kolasinac konnten diese Position zufriedenstellend ausfüllen. Trainer Keller bot gegen den VfB Fuchs auf, der anfänglich größere Probleme mit seinem flinken Gegenspieler Ibrahima Traore hatte. Allerdings wirkte Schalkes Mannschaft insgesamt deutlich solider als zuletzt und konnte diese individuellen Schwächen ausgleichen.

Zu Beginn hatten die Schalker durch Kopfbälle von Joel Matip und Adam Szalai gleich zwei sehr gute Möglichkeiten, sie scheiterten aber an der Torlatte und an Torhüter Sven Ulreich. Die Stuttgarter spielten sehr selbstbewusst und offensiv, hatten durch Timo Werner zudem eine große Chance, doch dem 17-Jährigen versagten alleine vor Torhüter Ralf Fährmann die Nerven. Der VfB hinterließ insgesamt einen guten und spielfreudigen Eindruck, allerdings wurde er am Ende für seinen Mut böse bestraft. „Wir sind hier gut aufgetreten. Wahnsinn, dass man das nach diesem Ergebnis sagen kann“, sagte VfB-Trainer Thomas Schneider vielleicht etwas zu überschwänglich. Denn die Realität war unangenehm.

Nach 34 Minuten schloss Jefferson Farfan einen der zahlreichen Konterangriffe zur Schalker Führung ab. Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte war die Partie dann entschieden. William Kvist brachte Julian Draxler im Strafraum zu Fall, Farfan erzielte nach 47 Minuten per Elfmeter das 2:0. Die Schalker spielten die Partie ungewohnt souverän herunter. Die Stuttgarter versuchten zwar nochmal erfolgreich Druck aufzubauen, treffsicher waren aber nur die Schalker. Jermaine Jones erzielte nach 79 Minuten aus der Distanz das 3:0. Beinahe noch intensiver jubelten die Zuschauer aber bei der Einwechslung von Max Meyer. Denn der 18-Jährige hat seinen Vertrag vorzeitig bis 2018 verlängert. Jörg Strohschein

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