Sport : Spanien-Rundfahrt: Zugeschlagen bei der Vuelta

Der italienische Sprintstar Mario Cipollini ist am Mittwoch wegen einer Schlägerei von der 55. Spanien-Rundfahrt ausgeschlossen worden. Der Radprofi aus Lucca, der bei drei Massensprints bisher leer ausgegangen war, hatte sich vor dem Start zur 5. Etappe in Albacete mit Francisco Javier Cerezo aus der spanischen Mannschaft Vitalicio eine Schlägerei geliefert.

Augenzeugen berichteten, Cipollini habe dem Spanier beim Einschreiben vor dem Start mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Die Ehefrau und Kinder des Fahrers, der nach dem Schlag stark blutete und dessen Auge anschwoll, waren Zeugen der Szene. Das Opfer musste mit drei Stichen genäht werden.

Der entnervte Cipollini, der die Tour de France wegen einer Sturzverletzung nicht bestreiten konnte, hatte Cerezo gefährliche Fahrweise am Vortag vorgeworfen. Am Dienstag hatte es auf der 4. Etappe bei heftigem Seitenwind einige Stürze gegeben.

Das Team Telekom kam währenddessen immer besser in Fahrt: Auf der vierten Etappe am Dienstag musste sich Sprinter Giovanni Lombardi nach 3:33:56 Stunden im Schluss-Spurt nur dem spanischen Straßen-Weltmeister Oscar Freire geschlagen geben, während sein Team-Kapitän Jan Ullrich im Gesamtklassement von Platz 21 auf den neunten Rang vorrückte. Der Schweizer Alex Zülle verteidigte das Goldtrikot des Führenden in der Gesamtwertung.

"Wir haben gewusst, dass das Rennen gefährlich werden könnte und hatten uns vorgenommen, immer an der Spitze mit dabei zu sein. Das hat sich ausgezahlt", erklärte Telekom-Sportdirektor Rudy Pevenage. Im Spurt einer 30-köpfigen Spitzengruppe sah es sogar nach einem möglichen Sieg des "Telekom-Italieners" Lombardi aus, bevor sich Freire noch vorbeischob und zwei Tage nach seinem ersten Etappensieg zum zweiten Mal gewann.

Nachdem das Rennen auf dem 159 Kilometer langen Teilstück von Valdepenas nach Albacete lange Zeit "dahingeplätschert" war, brachte eine Tempoverschärfung 40 Kilometer vor dem Ziel Bewegung ins Feld, das sich schnell in vier größere Gruppen aufsplittete. Während vorne etwa 30 Fahrer ihren Vorsprung weiter ausbauten, mussten bei den hinteren Gruppen immer mehr abreißen lassen.

Die Aufsplitterung des Feldes bewahrte Zülle vor dem Verlust des Goldtrikots, nachdem er die Führung zwischenzeitlich bereits an den Tschechen Jan Hruska verloren hatte. "Das hohe Schlusstempo kam mir entgegen, aber wir können nicht jeden Tag vorn dabei sein", sagte der Vuelta-Sieger von 1996 und 1997. Auch seine Mannschaft müsse mit den Reserven haushalten: "Das Team muss für die Berge frisch bleiben", so der 32-Jährige.

Die erste Bergetappe wartete gesternauf das Fahrerfeld, war aber bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet. Nach flachem Beginn beinhaltete das Teilstück zwischen Albacete und Xorret del Cati auf den letzten 26 der insgesamt 152,3 Kilometer zwei schwere Anstiege. Der 1060 Meter hohe Alto de Cati dürfte dabei zum ersten Härtetest der diesjährigen Vuelta werden. Es ist ein Berg der 1. Kategorie.

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