Spanien verliert erstmals nach 36 Spielen : Wer hat Angst vor der Slowakei?

Seit dem 7. Oktober 2006 blieb die spanische Nationalmannschaft in 36 Qualifikationspartien für eine EM oder WM unbesiegt. Diese Serie durchbrach am Donnerstag die Slowakei. Haben die Spanier ihren Zenit überschritten? Ein Kommentar.

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Kein Fußball mehr zum Niederknien: Spaniens Diego Costa.
Kein Fußball mehr zum Niederknien: Spaniens Diego Costa.Foto: Imago

Iker Casillas versuchte alles. Mit weit ausgebreiteten Armen warf er sich Marcus Allbäck entgegen, doch der Stürmer versetzte ihn und Carles Puyol mit einem simplen Haken, schoss ins leere Tor und besiegelte das 0:2 der Spanier in Schweden. Allbäck? Puyol? Ja, das ist schon eine Weile her. Am 7. Oktober 2006, also vor acht Jahren, verlor die spanische Nationalmannschaft zuletzt ein Qualifikationsspiel für eine EM oder WM. Seitdem wurde sie Weltmeister und zwei Mal Europameister und blieb in 36 Qualifikationspartien unbesiegt. Doch diese beeindruckende Serie ist nun vorbei – und noch viel mehr.

Am Donnerstagabend kassierte Spanien ein peinliches 1:2 in der Slowakei. Um dies abzuwenden, versuchte Iker Casillas sicher erneut alles (er ist nämlich noch immer dabei), aber dieses Mal ließ ihn nicht Marcus Allbäck schlecht aussehen. Sondern ein gewisser Juraj Kucka. Bei dessen unplatziertem Freistoß griff er so übel daneben, dass „San Iker“ mittlerweile als bestes Beispiel dafür taugt: Spätestens mit der Pleite in der Slowakei ist eine große Ära endgültig zu Ende gegangen. Denn Niederlagen sind die Spanier ja mittlerweile gewohnt. Das üble 1:5 gegen die Niederlande und das klare 0:2 gegen Chile bei der WM hatten bereits ordentlich von ihrem Glanz genommen, doch das 1:2 in der Slowakei lässt jetzt gar keine Zweifel mehr zu: Die Spanier haben ihren Zenit überschritten.

Am deutlichsten zeigt sich das an den Kommentaren des Trainers. Vicente del Bosque begründete die Niederlage nicht mit eigenen Fehlern, sondern mit dem Gegner. Wenn nun schon die Stärke der Slowakei, mit Verlaub weit von Europas erster Garde entfernt, als Ausrede herhalten muss, fehlt jeder Wille sich zu ändern. Spieler wie Casillas oder Pique leben von alten Meriten, und viele Jüngere scheinen doch nicht so gut zu sein wie ihre goldenen Vorgänger. Aussicht auf Besserung besteht ebenfalls nicht: Am Sonntag spielt Spanien gegen Luxemburg. Zu gewinnen gibt es da nichts.

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