Sport : Spaniens Radsport in Existenzangst

-

Madrid - Der spanische Radsport steht durch die Dopingaffäre um Roberto Heras womöglich vor seiner größten Krise. „Das ist eine Bombe“, vertraute ein namentlich nicht genannter Rennstall-Direktor der Zeitung „El País“ an. „Damit ist der spanische Profi-Radsport praktisch am Ende.“ Die Teams bangen, dass ihnen die Sponsoren abspringen. Die Vuelta 2005 fand bei den Fernsehzuschauern ohnehin schon so wenig Interesse wie seit Jahren nicht mehr.

Heras beteuert seine Unschuld, der Direktor seines Teams Liberty Seguros versichert: „Ich lege für ihn meine Hand ins Feuer.“ Die spanische Presse misst den Beteuerungen jedoch wenig Bedeutung bei. „Dopingsünder gestehen erst, wenn sie vor dem Richter stehen und ihnen eine Haftstrafe droht“, glaubt der Kolumnist Ignacio Romo. Heras hatte bei der Vuelta im Visier des Welt-Radsportverbandes UCI gestanden. Die Dopingfahnder wählten den Spanier gezielt für Tests aus, weil ihnen aufgefallen war, dass der 31-Jährige sich nach seinem schlechten Abschneiden bei der Tour de France plötzlich in Hochform präsentierte. Das Ergebnis der B-Probe soll am 21. November veröffentlicht werden. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben