Sport : Spannende Ungerechtigkeit

Claus Vetter

freut sich auf die Eishockey-Play-offs Mann stelle sich vor: Schalke 04 besiegt in der Fußball-Bundesliga Bayern München. Und beim Rekordmeister sagt Manager Uli Hoeneß nach der Niederlage: „Macht nichts, entscheidend ist, wer im Mai besser spielt. Wir konzentrieren uns nur auf die Play-offs.“ Ein Horrorszenario für manchen Fußballfan. Weil Play-offs ungerecht sind. 34 Spieltage Bundesliga allein dafür, dass sich die Teams für eine Endrunde qualifizieren können? Nein, Meister muss werden, wer eine ganze Saison lang und nicht in ein paar Entscheidungsspielen überzeugt.

Genau das ist in der Deutschen Eishockey-Liga der Fall. 52 Spieltage sind vorbei. Sie interessieren nicht mehr. Die Play-offs haben begonnen, und an deren Ende ist selten das Team Meister, das als Tabellenerster in die Endrunde ging. Eine Ungerechtigkeit? Und wenn schon, dann ist es eine spannende Ungerechtigkeit. Denn es gibt gute Gründe, warum viele Sportarten abseits des Fußballs in den Play-offs ihren Titel ausspielen. Sport lebt von Dramatik, von Show, vom Showdown: Play-offs haben eine eigene Dramaturgie, zeichnen sich dadurch aus, dass jede Partie wichtig ist, dass Verlierer und Sieger klar definiert sind. Eine Niederlage im letzten Spiel einer Serie lässt sich nicht ausbügeln. Einen Eishockeymeister, der drei Spieltage vor Saisonende gekürt wird, gibt es nicht.

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