Sport : Spannender als Sport

Christian Hönicke

wundert sich über die neue Formel 1 Wenn man Max Mosley mitten in der Nacht weckt, wird er sich vermutlich kurz schütteln. Der Präsident des Automobil-Weltverbandes (Fia) wird sich in seinem Bett aufrichten, einen kleinen Schluck Wasser zu sich nehmen und dann folgenden Satz klar und deutlich aussprechen: „Die Formel 1 muss spannender werden.“ In den letzten Jahren, denen der Dominanz von Michael Schumacher und Ferrari, hat Mosley dieses Ansinnen verfolgt. Vor allem, indem er einige Regeländerungen durchgeführt hat.

Inzwischen hat der Brite die Formel 1 aber so sehr umgekrempelt, dass wohl nur er selbst sie noch versteht. Bestes Beispiel ist der neue Qualifikationsmodus, den etwa der Red-Bull-Pilot David Coulthard als „lächerlich“ empfindet. Michael Schumacher hatte in Melbourne bereits am Samstag alle Siegchancen verloren, weil er seine Qualifikationsrunde im Regen absolvieren musste. Ist das fair? Nein, aber immerhin hat Schumacher nicht gewonnen. Das ist spannend.

Richtig spannend gemacht hat Mosley auch die Motorenfrage. Alle Zuschauer rätseln nun: Wer darf wann, wie, wo und wie viel wechseln? Wäre es nicht klüger, auf einen Podestplatz zu verzichten, um im nächsten Rennen Siegchancen zu haben? Und würde sich die Entwicklung eines Motor schonenden Tretautos vielleicht über die ganze Saison gesehen bezahlt machen? Ja, die Formel 1 ist spannender geworden; sie hat noch mehr mit guter Unterhaltung zu tun. Und noch weniger mit gutem Sport.

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