Sport : Spannung bis zum letzten Punkt

BC Eintracht Südring trennt sich 4:4 von Uerdingen

Manuel Holscher

Berlin. Der Optimismus war groß. „Ich gehe davon aus, dass wir gewinnen“, sagte Rainer Behnisch. Und gewinnen allein wäre ihm vielleicht sogar ein bisschen zu wenig gewesen. „Insgeheim“, sagte Behnisch, „hoffe ich sogar auf einen Kantersieg.“ Der Manager des BC Eintracht Südring durfte nachher heilfroh gewesen sein, dass seine Mannschaft im Spitzenspiel der Badminton-Bundesliga gegen Bayer Uerdingen am Ende mit einem 4:4 davonkam. Es war jedoch ein äußerst unterhaltsamer Nachmittag für die 400 Zuschauer in der prallvollen Sporthalle an der Kohlfurter Straße: Beide Mannschaften durchlebten in dieser Partie sämtliche Höhen und Tiefen, die Spannung blieb bis zum letzten Punkt erhalten.

Eintracht Südring führte durch die Siege der Herren-Doppel Jens Eriksen/Vladislav Druzhchenko und Henrik Andersson/Peter Axelsson sowie dem glatten 15:5- und 15:7-Erfolg von Rickard Magnusson alsbald mit 3:1. Besonders das erste Herren-Doppel bot Badminton der Spitzenklasse. Südrings dänischer Star Jens Eriksen bestach mit gefühlvollen Schlägen und nahezu perfekter Technik. Uerdingens Simon Archer und Chris Bruil wehrten sich beim 12:15 und 11:15 zwar nach Kräften, aber vergeblich. „Es wäre natürlich etwas Besonderes, wenn wir Uerdingen schlagen und uns damit für die beiden Halbfinal-Niederlagen der vorigen Saison revanchieren“, sagte Behnisch beim Zwischenstand von 3:1.

Dass es am Ende anders kam, lag zum Großteil am Unvermögen der Gastgeber. Nachdem Uerdingen auf 2:3 herangekommen war, hatte Karina De Wit gegen Judith Meulendijk gleich mehrfach die Möglichkeit, das Spiel für sich zu entscheiden. Sie verlor aber 11:13 – Uerdingen glich aus.

„Bis Mitte des zweiten Satzes lief es sehr gut, aber im dritten Satz war ich müde“, erklärte Vladislav Druzhchenko seine Niederlage gegen Kenneth Jonassen. Der Ukrainer zelebrierte Badminton im ersten Satz – und im zweiten bis zum Stand von 9:3. Jonassen kam auf, siegte im dritten Satz deutlich. Entgegen der Hoffnung von Rainer Behnisch lag Südring vor dem letzten Herren-Einzel mit 3:4 zurück. Gebannt schauten die Besucher auf das Duell Jyri Aalto gegen Chris Bruil, der beim Doppel viel Kraft gelassen hatte. Die Erschöpfung machte sich im Verlauf des Spiels bemerkbar, Aalto besiegte Bruil in drei Sätzen. Und Behnisch klang da auch etwas bescheidener. „Wir haben es geschafft, die Tabellenführung zu verteidigen. Ein Sieg wäre heute sicher auch drin gewesen“, sagte er. Von einem Kantersieg war keine Rede mehr.

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