Sport : Sparring mit Straubing

Beim 10:1-Sieg der Eisbären sind die Straubing Tigers nur harmlose Statisten

Katrin Schulze

Berlin - Es sah ein bisschen so aus wie im Training. Jeder Spieler des EHC Eisbären durfte mal aufs Tor schießen. Und fast jeder traf auch. Allein die anders bedruckten Trikots des Gegners deuteten gestern darauf hin, dass es sich tatsächlich um ein Punktspiel der Deutschen Eishockey-Liga handelte, das die 13 100 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof sahen. Denn beim 10:1 (5:0, 2:1, 3:0)-Sieg der Berliner waren die immerhin auf Rang zwölf rangierenden Straubing Tigers nicht mehr als ein besserer Sparringspartner für den Deutschen Meister.

Obwohl Eisbären-Trainer Don Jackson seine Spieler noch vor der Partie aufgefordert hatte, vor allem ihre Defensivarbeit zu verbessern, konnten sich die Eisbären gegen schwache Straubinger auf das konzentrieren, was sie ohnehin seit Jahren am besten können: die Abwehr des Gegners beschäftigen. Bereits im ersten Drittel machten Jacksons Profis diesen Job ganz ordentlich – schon nach 35 Sekunden hatten die Eisbären die Abwehr der Tigers das erste Mal so schwindelig gespielt, dass Denis Pederson völlig unbedrängt zum 1:0 verwandelte. Danach war es Alexander Weiß, Mark Beaufait, Steve Walker und Tyson Mulock überlassen, das flüssige Spiel der Eisbären auch in weitere Tore umzumünzen. „Wir machen alles richtig und haben sehr viele Schussgelegenheiten“, sagte Mulock, der Torschütze zum 5:0.

Zwar hatte der Coach der Tigers, Bob Manno, nach dem ersten Drittel ein Einsehen mit seinem Torhüter Mike Bales und tauschte ihn gegen Markus Janka aus, doch dem Ersatzmann erging es nur bedingt besser. Diesmal dauerte es immerhin 64 Sekunden, bis Stefan Ustorf den Puck im Tor der Gäste platzierte. Das 6:0 war das Ergebnis einer sehr einseitigen Begegnung, von Gegenwehr der Bayern war nichts zu sehen – bis auf einige kleinere Fouls zeigte Straubing nichts. Jedenfalls nicht bis zur 30. Spielminute, in der Eric Meloche mit dem Treffer zum 1:6 die Anwesenheit seiner Mannschaft rechtfertigte. Zu mehr reichte es an diesem Abend jedoch nicht, auch weil die Gastgeber durch Florian Busch, Denis Pederson, Alexander Weiß und Norman Martens ihrerseits die Führung zum zweithöchsten Saisonsieg ausbauten.

Folgerichtig quittierten die Fans der Eisbären die offiziell als Punktspiel ausgeschriebene Trainingseinheit mit lauten Anfeuerungsrufen – und das, obwohl sie wohl ein wenig geschwächt ins Spiel gingen: Weil sie mit dem Catering der Arena nicht zufrieden sind, riefen sie mit Handzetteln zum Boykott der Imbissstände auf. In Anbetracht des souveränen Auftritts ihrer Mannschaft bildeten sich vor den meisten Bierausschankpunkten allerdings doch verdächtig lange Schlangen.

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