Sport : SPD-Fraktionschef Peter Struck sieht Rot-Grün als Vorbild (Interview)

Was wird denn nun aus dem BVB?

Was wird denn nun aus dem BVB?

Ich bin verzweifelt, jedes Wochenende wird das Elend größer. Die Entscheidung, Krauss zu entlassen, ist psychologisch verständlich, aber es hat nicht an ihm gelegen.

Sondern an wem?

Der Wurm ist in der Mannschaft selbst. Schon zu Beginn der Rückrunde waren die Spieler offensichtlich nicht bereit, sich zu engagieren. Und heute kriegen sie schon weiche Knie, wenn sie einen grünen Rasen sehen. Lattek muss sie aufmöbeln.

Also nichts als Psychologie?

Beim BVB geht es nur um Psychologie. Nach der Saison müssten alle Beteiligten, auch das Präsidium, über ihre Rolle nachdenken.

So wie die SPD im letzten Frühjahr und Sommer?

Ja, auch uns klebte die Seuche an den Füßen. Wir sind da rausgekommen, weil wir uns am Riemen gerissen und Disziplin geübt haben. Das gleiche gilt jetzt für die Spieler.

Die SPD kann dem BVB also nicht raten, auf die Schwächen des Gegners zu warten?

Wir haben uns gefangen, bevor die Krise der CDU begann. Schon vorher haben alle, vom Kanzler bis zum letzten Abgeordneten erkannt, was es heißt zu regieren.

Erinnert Sie das neue Triumvirat Udo Lattek, Matthias Sammer und Susi Zorc an das SPD-Führungstrio Scharping-Schröder-Lafontaine oder an Schröder-Struck-Müntefering?

Ich würde es vergleichen mit Schröder-Müntefering-Struck.

Nach dem Championsleague-Triumph 1997 hatte der BVB nichts zuzusetzen. War dagegen die SPD nach dem Bundestags-Wahlerfolg 1998 besser vorbereitet?

Nein. Kopfmäßig wussten wir: Wie regieren. Aber wir mussten lernen, lieb gewonnene Vorstellungen aus Zeiten der Opposition nicht umsetzen zu können, weil uns Kohl einen Schuldenberg hinterlassen hatte.

Welches der nächsten fünf BVB-"Endspiele" wollen Sie als Vereinsmitglied live sehen?

Ich kann erst wieder im Mai hingehen, zusammen mit dem Kanzler. Das Gespräch führte Claudia Lepping

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