Sport : Spektakuläres Debüt

Schalke bezwingt Leverkusen im Ligapokal 9:8 i.E.

Erik Eggers[Düsseldorf]

In der 77. Minute schritt Mesud Özil vom Feld der Düsseldorfer LTU-Arena, und der gut gefüllte Schalker Fanblock verabschiedete den Mittelfeldspieler nach seinem ersten Pflichtspiel mit warmem Beifall. Zwar hatte der Deutsch-Türke vom FC Schalke 04 kein Tor erzielt. Aber der Auftritt des 17-Jährigen im Ligapokal-Viertelfinale gegen Bayer Leverkusen war doch bemerkenswert kaltschnäuzig gewesen, fast spektakulär – zumal er keinen geringeren als den gesperrten Lincoln im Mittelfeld zu vertreten hatte. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 1:1, woran sich nichts mehr ändern sollte. Özil sah beim Elfmeterschießen zu, das im Ligapokal bereits nach 90 Minuten angesetzt wird. Es zog sich in die Länge. Erst als Schalkes Keeper Frank Rost den insgesamt 22. Elfmeter (!) gegen Marko Babic parierte, stand der Sieger fest: Mit einem 10:9 (1:1, 1:1) nach Elfmeterschießen qualifizierte sich Schalke für das Halbfinale am 2. August in München gegen den FC Bayern.

„Unser Spiel nach vorn hat sich sehr verbessert“, freute sich auch Schalkes Trainer Mirko Slomka. Die Leistung seines Teenagers hatte ihn „nicht überrascht nach den Vorleistungen, die er gebracht hat“. Özil sei „sehr ballsicher und gewandt, dazu hat er einen guten Blick für die Situation.“ Tatsächlich hatte der Jugendliche, der das Fußballspielen bei der DJK Westfalia 04 Gelsenkirchen erlernte und zwischen 2000 und 2005 bei Rot-Weiss Essen ausgebildet worden ist, die Leverkusener Abwehr das eine oder andere Mal in Schwierigkeiten gebracht. Schön war ein Solo anzusehen, das er mit einem feinen Pass auf den gestarten Sören Larsen krönte: Der Däne aber zögerte vor dem Tor zu lange, so dass sein Schuss noch von Stenman abgeblockt werden konnte. Auch durch das 0:1, das Haggui per Kopfballverlängerung erzielte, ließ er sich nicht beirren. Kurz darauf tunnelte Özil Simon Rolfes, sein Schuss aus 18 Meter aber parierte Leverkusens Keeper Butt – der ansonsten einen schwachen Tag erwischt hatte. Nicht nur, dass er eine Reihe von Fernschüssen im Nachfassen entschärfte. Butt zeichnete auch für den 1:1-Ausgleich verantwortlich, denn der harte Freistoß Bordons aus 25 Metern krachte in die Torwartecke.

Das Spiel verflachte im zweiten Abschnitt, auch Özils Tempo schwand, und so blieb es beim Remis. Im Elfmeterschießen verschossen zunächst die Schalker Bajramovic und Rost, auf der anderen Seite Barbarez und Butt. Schalkes Keeper Rost machte der Veranstaltung dann mit seiner Parade gegen Babic, der wie Larsen schon zum zweiten Mal angetreten war, ein Ende.

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