Sport : Spendenaktion: Mehr als ein Drei-Punkte-Treffer

Ernst Podeswa

Hilfe sollte nicht auf ein paar vorweihnachtliche Wochen beschränkt sein. Und deshalb können wochentags von 16 bis 22 Uhr Sachspenden an der Sporthalle Schillerstraße 121 (U-Bahn Ernst-Reuter-Platz) abgegeben werden. Die gehen über die Deutsche Ärztegemeinschaft (DÄZ) für medizinische Zusammenarbeit e.V. zu Heimkindern nach Bulgarien.

"Das Heim steht in der Nähe von Glavnica in Bulgarien, nahe der rumänischen Grenze", weiß Sören Simonsohn. Im ehemaligen Lager für politische Häftlinge sind rund 150 Kinder und Jugendliche zwischen 14 und 22 Jahren untergebracht. Voll-oder Halbwaisen und zumeist körperlich oder geistig behindert. Simonsohn war nie in Glavinica, aber er nennt ein paar Dinge, wie es dort ausschaut: "Hohe Arbeitslosigkeit bis um die 50 Prozent, ethnische Minderheiten vor allem mit Roma und türkischstämmigen Leuten."

Diese und andere Fakten hat Simonsohn, Trainer des Zweit-Bundesligisten der Frauen City Basket Berlin, nach "einem zufälligen Kontakt" mit Jöel Cousy von der Geschäftsstelle der Ärztegemeinschaft erfahren. Die DÄZ organisiert Hilfsaktionen weltweit, vor allem durch Eigenleistungen. Eines der aktuellen Hilfsobjekte ist Glavinica.

Simonsohn, auch Präsident des rund 400 Mitglieder zählenden Vereins mit dem Schwerpunkt von Mannschaften im Kinder- und Jugendbereich, hat einen Info-Flyer über die beabsichtigte Unterstützung der Heimkinder bei allen Heimspielen unter den Zuschauern verteilen lassen. Im Laufe der Zeit musste er Schränke frei räumen, um die Spenden (Kleidung, Decken, Schuhe, Sportgeräte, Medikamente) lagern zu können. Selbst Vereinsfremde haben sich der Aktion angeschlossen und Sachen abgegeben.

Spielerinnen und Spieler der A-Jugend von City Basket haben dann alles sortiert, gesäubert, gewaschen, notfalls repariert oder ausgebessert. "Wir haben dann die Sachen in 24 Umzugskisten verpackt, also eine kleine Lkw-Ladung, die dann von der Ärztegemeinschaft vor Weihnachten abgeholt worden sind." Balkan Airlines wird die Hilfssendungen im Laufe dieses Monats kostenlos an den Bestimmungsort transportieren. "Wir haben bisher Obdachlosen geholfen und helfen nun Kindern. Beides wollen wir auch weiterhin tun", so Simonsohn.

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