Sport : Spezialschuh für Zabel

Radprofi wird nach seinem Unfall nicht operiert

-

Berlin – Erik Zabel bekommt einen Spezialschuh. Nicht etwa, damit der Vizeweltmeister und Weltranglistenerste aus dem Team TMobile schneller sprinten kann. Der Schuh ist Teil der konservativen Behandlung der Folgen seines Sturzes von einer Leiter. „Bei der Verletzung handelt es sich um eine knöcherne Absprengung am Fersenbein. Sie wird folgenlos abheilen und Erik beim Trainingsaufbau zur neuen Saison wohl nicht mehr beeinflussen“, erklärte Teamarzt Andreas Schmid von der Uni-Klinik Freiburg.

Der 34 Jahre alte Radsprinter war am Dienstag in seinem Haus in Unna von der Leiter gestürzt und muss deshalb die Saison vorzeitig beenden. „Der Ausfall von Ete trifft uns schwer. Er war so spät in der Saison noch in einer tollen Form“, sagte T-Mobile-Sportdirektor Mario Kummer. „Das ist schon ärgerlich, denn ich hatte mir für das Weltcup-Rennen Paris-Tours viel vorgenommen“, sagte Zabel. Gute Chancen hätte er allemal gehabt. Bereits 1994 und 2003 hatte er das Traditionsrennen gewinnen können. Nach insgesamt 18 zweiten Plätzen in dieser Saison muss er nun auf den 175. Sieg seiner Karriere bis zum neuen Jahr warten.

Die Verletzung ist aber längst nicht das einzige Ärgernis für Zabel. Die Äußerungen seiner Mannschaftskameraden Andreas Klöden und Alexander Winokurow haben ihn gekränkt. Beide hatten seinen Start bei der nächsten Tour de France in Frage gestellt und einen weiteren Helfer für den Gesamtsieg gefordert. „Was machen sie bei T-Mobile, wenn sie mit dem Armstrong-System nicht gewinnen? Darauf kriegen sie keine Antwort“, sagte Zabel dem „Kicker“. Beim Rennstall US Postal ist alles auf den Gesamtsieg von Kapitän Lance Armstrong ausgerichtet.

Naturgemäß favorisiert der Sprinter Zabel die sprinterfreundlichere Taktik des belgischen Rennstalls Quick Step. „Die haben dieses Jahr mit Richard Virenque zum siebenten Mal das Bergtrikot geholt und obendrein vier Tour-Etappen gewonnen.“ Er erinnerte daran, dass Telekom 2003 ohne Jan Ullrich zwar nicht den Toursieg schaffte, aber erfolgreichstes Team war: „Wir mussten unsere Chancen ausspielen und nicht auf ein einziges Ziel hin bündeln.“ T-Mobile setzt nun beim Weltcuprennen Paris-Tours am Sonntag auf die Klassiker-Spezialisten um Steffen Wesemann, der in diesem Jahr die Flandern-Rundfahrt gewann. Wesemann liegt im Weltcup an dritter Stelle hinter Davide Rebellin vom Team Gerolsteiner und Olympiasieger Paolo Bettini (beide Italien).

Durch das Saison-Aus kann Erik Zabel bei zwei noch ausstehenden Rennen seine Spitzenposition in der Weltrangliste an Bettini verlieren, der mit sechs Punkten Rückstand auf Rebellin auch Chancen auf seinen dritten Weltcup-Gesamtsieg hat. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben