Sport : Speziell 04

Michael Rosentritt

Schalke ist gefühlig. Schalke ist groß, einzigartig und ein wichtiger Teil deutscher Fußballgeschichte. Vor allem aber ist Schalke speziell. Es gibt keinen zweiten Klub in diesem Land, bei dem das Arbeiten an der Front so reizvoll, gleichwohl aber auch so schwierig ist. Jetzt hat es Andreas Müller erwischt. Der Manager ist beurlaubt worden. Trainer Fred Rutten darf einstweilen weitermachen. Auch das ist Schalke: Nicht der Trainer geht, sondern der Manager. Das ist eher untypisch in der Branche. So untypisch wie Schalke eben ist.

Für die Entlassung kann man gute Gründe finden. Richtig ist, dass der Manager für die Zusammenstellung der Mannschaft zuständig ist. Und dieser Schalker Mannschaft fehlen gute Resultate. Das allein dem Manager anzulasten ist simpel. Simpel – auch das ist Schalke, leider.

Vielleicht hat Schalke in Wirklichkeit ein ganz anderes Problem. Bei diesem Verein nimmt sich jeder Einzelne zu wichtig. Jeder glaubt, Bescheid zu wissen. Der Einzige, der diesen Irrsinn einigermaßen auszubalancieren wusste, war Rudi Assauer – der grobe, mutige Macho. Er ist wie Schalke, nur von jedem noch ein bisschen mehr. Wer kann ihm darin schon folgen?

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