Sport : Spiel auf dem Nebenplatz

Thorben Marx ist einer der Verlierer bei Hertha

Mathias Klappenbach,Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Marcelinho redete nach dem Bundesligasieg in Köln wieder einmal vom Meistertitel, er ist das große Ziel des Brasilianers von Hertha BSC. Ganz so euphorisch wie Marcelinho sind seine Mannschaftskameraden noch nicht, aber auch ihnen ist anzumerken, dass sie mit dem Saisonstart und dem vierten Tabellenplatz zufrieden sind. Doch trotz der guten Ergebnisse gibt es nicht nur Gewinner bei den Berlinern. Vor allem zwei Spieler sind mit ihrer Situation unzufrieden.

Einer der Verlierer dieser Saison ist Artur Wichniarek, der hinter dem gesetzten Marko Pantelic sowie Nando Rafael und Solomon Okoronkwo nur noch Stürmer Nummer vier ist und deshalb beim 1:0 in Köln am Sonntag nicht einmal zum 18 Spieler großen Kader zählte. Wichniarek hat in seinen 44 Bundesligaspielen für Hertha vier Tore erzielt.

Beim zweiten Verlierer dieser Saison verwundert es hingegen, dass er Schwierigkeiten hat, überhaupt den Sprung in den Kader zu schaffen. Thorben Marx galt lange als so etwas wie der Lieblingsschüler von Herthas Trainer Falko Götz. Der 24 Jahre alte Berliner bezeichnet das Olympiastadion als „den schönsten Ort von Berlin“. Doch zurzeit drohen ihm Einsätze auf einem Nebenplatz des Olympiastadions – in der Regionalligamannschaft. Am kommenden Samstag spielt Hertha BSC im Olympiastadion gegen Werder Bremen. Marx hat diesen Gegner bereits am vergangenen Sonntag besiegt. Zumindest die zweite Mannschaft von Werder, gegen die er mit Herthas zweitem Team 1:0 gewann.

Die Herabstufung in Herthas Regionalligateam ist für Thorben Marx eine Rückversetzung in seine eigene Vergangenheit. Seit 1998 spielt er für Hertha BSC, schon bei den Amateuren war Falko Götz sein Trainer. Als Interimscoach der Bundesligamannschaft förderte Götz den jungen Mittelfeldspieler 2002 besonders, der bislang 71 Mal in der ersten Liga zum Einsatz kam. Von seinem 72. Spiel ist Marx derzeit weit entfernt. In dieser Saison kam nur einmal in der Bundesliga zum Einsatz, beim 0:3 in München wurde er nach 82 Minuten ausgewechselt.

Was im Verhältnis zwischen Marx und Götz nicht mehr stimmt, sagt keiner von beiden so genau. Götz fordert von Marx vor allem immer wieder, sein „Phlegma abzulegen“. Einen speziellen Grund dafür, dass Marx zurzeit nicht im Profikader steht, habe Götz ihm nicht genannt. Und warum er seiner eigenen Meinung nach keine Rolle spielt, will Thorben Marx „nicht sagen“. Dafür spricht er schon von Abschied. „Wenn ich weiter im Training gute Leistungen bringe und nicht berücksichtigt werde, bringt das weder dem Verein noch mir etwas“, sagt Marx. „Dann müssen wir uns im Winter zusammensetzen und ich mich wohl nach einem neuen Verein umsehen.“ Sein Vertrag bei den Berlinern läuft noch bis 2006. Marx’ Leidenskollege Artur Wichniarek sucht mit seinem Berater bereits das Gespräch mit Herthas Manager Dieter Hoeneß.

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