Sport : Spiel für die Zukunft

Gegen Stuttgart geht es für viele Hertha-Profis darum, sich für einen neuen Vertrag zu empfehlen

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Das Heimspiel am Samstag gegen den VfB Stuttgart sei ein Endspiel, sagt Herthas Trainer Falko Götz. „Wir können ehrlich um den fünften Platz kämpfen.“ Steht seine Mannschaft nach den sieben noch ausstehenden Bundesligaspielen noch immer auf dem fünften Tabellenplatz, dann darf sie in der nächsten Saison wieder am Uefa-Pokal-Wettbewerb teilnehmen. „Ich werde das so an die Spieler weiterleiten“, sagt Götz.

Auf den Tabellensiebten VfB Stuttgart haben die Berliner zwei Punkte Vorsprung. Für einige Profis von Hertha BSC geht es aber nicht ausschließlich darum, den fünften Platz zu verteidigen – zehn Verträge laufen am Ende dieser Spielzeit aus. Einige von ihnen, insbesondere die jüngeren Profis, wird die Vereinsführung genau beobachten. „Es ist interessant für den Klub zu sehen, welcher Perspektivspieler gegen einen Gegner wie den VfB Stuttgart seine Leistung abrufen kann“, sagt der Mittelfeldspieler Niko Kovac. „Schließlich will sich der Verein künftig an solchen Gegnern messen.“

Die Vertragssituation von Niko Kovac ist zwar noch ungeklärt, doch der Klub kennt die Fähigkeiten des 34-Jährigen. Gestern wiederholte Kovac, dass er nicht damit rechne, „dass ich meine Karriere in Berlin beenden werde“. Manager Dieter Hoeneß sagte, dass er in den nächsten ein bis zwei Wochen mit dem kroatischen Nationalmannschaftskapitän sprechen werde. Im gleichen Zeitraum soll auch über die vertragliche Zukunft der Mittelfeldspieler Sofian Chahed und Oliver Schröder entschieden werden. Mit beiden Spielern würden Gespräche laufen. „Wir wollen zeitnah eine Entscheidung haben“, sagte Hoeneß.

Im Fall des 24-jährigen Thorben Marx bedarf es wohl keines Gespräches mehr. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich bleibe“, sagte er gestern auf Nachfrage. „Es ist besser für mich und den Verein, sich zu trennen.“ Marx, der einst als Lieblingsschüler von Trainer Götz galt, saß zuletzt nur noch auf der Reservebank der Berliner. Ist er enttäuscht über den Abschied nach sechs Jahren bei Hertha BSC? „Die Zeit, in der ich traurig war, ist vorbei. Ich schaue nach vorn“, sagte Marx. Der Mittelfeldspieler hat mehrere Angebote aus der Bundesliga, er will in Deutschland bleiben.

Vaclav Sverkos wird wohl kaum noch Gelegenheit bekommen, sich für eine Vertragsverlängerung zu empfehlen. Für das Spiel gegen Stuttgart fällt der von Borussia Mönchengladbach ausgeliehene Angreifer wegen einer Erkältung wahrscheinlich aus. Er wird Hertha am Saisonende wohl verlassen. Sein von Roter Stern Belgrad ausgeliehener Konkurrent im Sturm, Marko Pantelic, hatte ihn zuletzt ohnehin verdrängt. Bis zum 15. April muss Hertha entscheiden, ob Pantelic eine Festanstellung erhält. Die Kaufsumme beträgt 1,5 Millionen Euro.

Unabhängig davon sondiert Hertha den Markt. Einer der möglichen Kandidaten soll der 31-jährige Diego Klimowicz vom Bundesligisten VfL Wolfsburg sein. „Dieter Hoeneß hat mich angesprochen“, sagte der Wolfsburger Manager Klaus Fuchs dem Fachblatt „Kicker“. Falko Götz sagte immerhin, „dass er sportlich perfekt ins Anforderungsprofil passen würde“. Der Argentinier hat in 125 Bundesligaspielen 50 Tore geschossen, allerdings steht er in Wolfsburg noch bis 2007 unter Vertrag. Bei einem eventuellen Wechsel im Sommer würde eine Ablöse fällig. Manager Dieter Hoeneß verneinte gestern, dass er Gespräche in diesem Zusammenhang geführt habe. Allerdings lächelte der Manager dabei vielsagend.

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