Sport : Spiel mit dem Schicksal

Der 1. FC Union schafft ein 2:2 in Fürth – ein Argument für den umstrittenen Trainer Votava

Markus Scheffel

Fürth. Mirko Votava macht es seinen Vorgesetzten wirklich nicht leicht. Hätte seine Mannschaft bei der SpVgg. Greuther Fürth verloren, dann wäre die Sache ziemlich klar gewesen. Der Trainer wäre mit einiger Sicherheit beurlaubt worden, und Präsident Jürgen Schlebrowski hätte dann wohl an diesem Montag Aleksandar Ristic als neuen Trainer bis Saisonschluss vorgestellt. Aber Votava hat stets gesagt: „Ich bin ein Kämpfer, ich gebe nicht so schnell auf.“ Und seine Spieler kämpfen mit ihm. Der abstiegsbedrohte Fußball-Zweitligist 1. FC Union bewies in Fürth vor 4590 Zuschauern Moral, holte zweimal einen Rückstand auf und erreichte am Ende ein verdientes 2:2 (1:1). Zu wenig, um nachhaltig den Trainer zu stützen, aber auch zu viel, um ihn nun zu stürzen.

Votava weiß, dass auch nach diesem Unentschieden die Diskussion um seine Person nicht abrupt abbricht. „Das wird schon geregelt“, sagt er sarkastisch. „Dann ist eben jetzt das nächste Spiel wieder das Schicksalsspiel, und dann folgt wieder ein Schicksalsspiel – und das geht dann immer so weiter.“ Und immer weiter mit Votava – auch bis Saisonschluss? Schlebrowskis Freude über den Punkt in Fürth blieb nach dem Abpfiff denn auch verhalten. Er verwies vor den Fernsehkameras des DSF vielmehr darauf, dass Union nach wie vor die einzige Zweitligamannschaft sei, die auswärts in dieser Saison noch nicht gewonnen hat. Und zu Votavas Status quo merkte der Präsident nur an: „Ich habe ihm nach dem letzten Spiel gesagt, dass er weiterarbeiten kann. Mehr kann ich nicht tun.“ Vielleicht doch. Schlebrowski könnte ja auch mal sagen, dass Union die Saison mit diesem Trainer bis zum Ende durchziehen wird, notfalls sogar bis zum bitteren Abstieg in die Regionalliga. Tut er aber nicht. Und so bleibt breiter Raum für Spekulationen, von Spiel zu Spiel.

Union geriet in Fürth durch zwei Tore von Markus Feinbier in Rückstand. Ausgerechnet Feinbier. Der Stürmer stand bei Union auch mal ganz oben auf dem Wunschzettel. Damals, als Georgi Wassilew noch Trainer war. Doch der Bulgare kannte Feinbier nicht so recht, deshalb kam die Verpflichtung nie zustande. Ein Fehler?

Trainer Mirko Votava musste nicht nur auf den an einem Ellbogenbruch laborierenden Molata verzichten. Auch Stammtorhüter Wulnikowski fiel einer fiebrigen Erkältung wegen aus. Vertreten wurde Wulnikowski von Simon Henzler, der zuvor erst einen Zweitligaeinsatz in dieser Saison – am 17. Oktober beim 1:1 in Trier – zu verzeichnen hatte. Henzler machte seine Sache ordentlich. Auffälligster Mann war in der ersten Hälfte indes der Fürther Petr Ruman. Der 27-Jährige hatte mit seiner Flanke auf den Kopf von Feinbier maßgeblichen Anteil an der 1:0-Führung der Gastgeber, und auch vor dem Ausgleichstreffer spielte er eine wichtige Rolle, eine unrühmliche allerdings. Rumans Hand ging im eigenen Strafraum zum Ball, den fälligen Elfmeter verwandelte Steffen Baumgart zum 1:1.

Gästetrainer Votava war mit dem Auftreten seiner Elf in der ersten Hälfte ganz und gar nicht zufrieden. „Zu ängstlich“ seien seine Spieler gewesen, sie hätten „ziemlich lange geschlafen“. Und: „Wir haben ja förmlich um das 0:1 gebettelt.“

Nach dem Wechsel und dem erneuten Rückstand legte sich Union richtig ins Zeug. Sreto Ristic setzte einen Schuss an den Innenpfosten des Fürther Tores, und als der Kontrahent sich mal in den Irrungen und Wirrungen der eigenen Abwehrarbeit nicht mehr zurechtfand, da schaffte Thomas Sobotzik noch das 2:2. Auch Votava war damit versöhnlich gestimmt. „Die Mannschaft funktioniert, sie ist gut drauf“, sagte er. Ob das sein Arbeitgeber genauso sieht?

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