Sport : Spiel ohne Spaß

Hartmut Moheit

über den Umbruch im deutschen Handball Auf eine perfekte Biografie als Trainer legt Heiner Brand offenbar keinen großen Wert. Wäre es ihm nur darum gegangen, hätte er nach dem Gewinn der olympischen Silbermedaille in Athen seinen Abschied als Handball-Bundestrainer verkünden können. So, wie es viele Spieler jener großen Mannschaft taten, die er geformt hatte. Aber Brand macht weiter. Er sieht den Reiz im Neuaufbau eines Teams von internationalem Spitzenformat. Ob ihm das erneut gelingt, ist allerdings offener denn je.

Denn ganz so scharf hat sich Brand den derzeitigen Umbruch im deutschen Männer-Handball nicht vorgestellt. Einige erfahrene Spieler, die ihm geblieben sind und das Rückgrat der neuen Mannschaft bilden sollen, werden ihm bei der WM im Januar in Tunesien verletzungsbedingt fehlen. Nur gut, dass es für die Deutschen dort um keine Qualifikation für einen der nachfolgenden Höhepunkte geht. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass das Team diesmal keinen Vorderplatz belegt. Doch Brand wehrt sich gegen eine Reise von Handball-Touristen mit Spaß und Spiel.

Das muss der Trainer den jungen Spielern vermitteln, die er mitnimmt. Sie haben die Chance, sich für spätere Aufgaben anzubieten. Vor allem für die WM 2007 in Deutschland. Darum entscheidet sich schon in Tunesien, ob der Ruhm des deutschen Handballs Bestand hat. Auch Heiner Brand lässt sich daran messen.

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