Spiel schlecht gesichert : Neue Vorwürfe gegen Ordner beim BFC

Nach den Ausschreitungen beim Pokalspiel gegen Kaiserslautern gerät der Ordnungsdienst immer mehr in die Kritik. Der Block der Gäste-Fans sei offenbar "überhaupt nicht geschützt" gewesen. Welche Strafe den BFC erwartet, steht noch nicht fest.

von
Wo sind die Ordner?
Wo sind die Ordner?Foto: dapd

Schon vor dem Anpfiff hatte Bernd Schultz ein „ungutes Gefühl“, wie der Präsident des Berliner Fußball-Verbands (BFV) sagt. Schultz war am Sonnabend im Jahn-Sportpark, um das Pokalspiel zwischen dem Berliner Oberligisten BFC Dynamo und dem 1. FC Kaiserslautern zu verfolgen. Was Bernd Schultz beunruhigte, war das Verhältnis zwischen der Menge der 10 104 Zuschauer und der geringen Zahl der Ordner. Weil der BFV-Präsident das Gefühl hatte, es seien zu wenige Sicherheitskräfte vor Ort, erkundigte er sich bei einem Vertreter des Deutschen Fußball-Bunds (DFB). Der versicherte ihm, Dynamo habe alle Absprachen eingehalten. Trotzdem kam es nach Abpfiff zu einem Gewaltausbruch, rund 300 BFC-Fans griffen Kaiserslauterner Fans an, es gab zahlreiche Verletzte.

„Der Gästeblock war aus meiner Sicht überhaupt nicht geschützt“, sagt Bernd Schultz, der Ordnungsdienst habe „kläglich versagt“. Am Sonntag hatte bereits die Berliner Polizei den Sicherheitsleuten vorgeworfen, ein Tor zum Gästeblock geöffnet zu haben. Die beim Spiel für die Ordner verantwortliche Firma JWD Security wollte sich am Montag nicht zu den Vorfällen äußern.

Inzwischen hat der BFC Anzeige gegen die Hooligans gestellt. Wie der Fünftligist am Montagabend mitteilte, richten sich die rechtlichen Schritte gegen „alle an den Ausschreitungen beteiligten Personen wegen aller in Betracht kommender Straftatbestände wie Körperverletzung, gefährlicher oder schwerer Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Landsfriedensbruch“.

Unabhängig davon wird der DFB entscheiden, ob und wie der Klub aus Hohenschönhausen bestraft wird. Auch Bernd Schultz will die Auswertung der Polizei und des DFB abwarten, ehe der Berliner Verband über Konsequenzen nachdenkt.

In die Oberligasaison darf der BFC am kommenden Sonntag beim Lichterfelder FC wohl starten. Allerdings überlegt nun der LFC, nicht anzutreten. Der Vorstand des Vereins hege Bedenken, ob die Sicherheit der Zuschauer noch gewährleistet sei, hieß es. (mit dpa)

Autor

16 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben