Spielbericht und Ticker : Frauen-Hockey: Deutschland - Argentinien 0:4

Die deutschen Hockey-Frauen haben eine vorzeitige Entscheidung verpasst: Nach dem 0:4 gegen Argentinien bleiben sie auf Halbfinalkurs, brauchen aber noch einen Punkt aus dem letzten Vorrundenspiel gegen Japan.

Martin Gropp
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Welthockeyspielerin entscheidet. Eine unermüdliche Luciana Aymar (rechts) treibt ihre Argentinierinnen zum 4:0 gegen Deutschland.Foto: AFP

Da war es wieder, das Gefühl aus dem Mai dieses Jahres. Damals unterlag die deutsche Mannschaft desaströs mit 2:6 gegen stark aufspielende Argentinierinnen. Mit dem gleichen Vier-Tore-Abestand gingen die deutschen Damen diesmal in der Vorrunde des olympischen Turniers unter: 0:4 hieß es am Ende gegen die Südamerikanerinnen. Eine völlig verdiente Niederlage, trotzdem bleiben die Deutschen auf Halbfinalkurs. Aus eigener Kraft können sie am Montag gegen den Verfolger aus Japan ins olympische Halbfinale einziehen (14.30 Uhr deutscher Zeit).

Allenfalls in der ersten Halbzeit hielten die deutschen Frauen mit, die größeren Chancen hatte aber Argentinien: Richtig zwingend tauchten aber auch die Südamerikanerinnen nicht vor dem deutschen Tor auf. Nur einmal musste die deutsche Torhüterin Kristina Reynolds mit dem Fuß klären. Ganz anders nach dem Seitenwechsel, als die Argentinierinnen hellwach aus der Kabine und nach nur fünf Minuten zum ersten Erfolg kamen: Erste Strafecke, erstes Tor - Deutschland lag mit 0:1 im Hintertreffen (39. Minute).

Der argentinischen Führung folgte eine wahre Eckenserie mit jeder Menge Pech auf deutscher Seite: Fanny Rinne schlenzt die fünfte Ecke in Folge nur an den Außenpfosten, im Gegenzug schließt Alejandra Gulla einen Entlastungsangriff mit dem 2:0 für Argentinien ab (49. Minute). 

Die Deutschen erholten sich nur langsam von diesem Schock, viele Pässe fanden nicht mehr ihr Ziel. Folgerichtig gab es auch keine zwingenden Torchancen mehr für Deutschland. Die endgültige Entscheidung fiel dann in der 66. Minute, als wiederum Alejandra Gulla das 0:3 für Argentinien erzielte. Nur eine Minute später war es dann Luciana Aymar, die noch auf 4:0 erhöhte und sich selber belohnte: Am Ende war es die 31 Jahre alte Welthockeyspielerin, die einmal mehr den Unterschied ausmachte, und ihre Mannschaft mit einer herausragenden Leistung zum Sieg führte.

70. Minute [0:4]: Der Versuch einer Variante: Natascha Keller läuft mit dem Ball in den Kreis, wird gestoppt, Chance vertan. Kurz danach ertönt die Schlusssirene. Deutschland verliert verdient gegen Argentinien.

69. Minute [0:4]: Vielleicht ist noch der Anschlusstreffer drin? Strafecke für Deutschland.

67. Minute [0:4]: Die Deutschen haben sich aufgegeben, stehen nur noch wie Statisten auf dem Platz. Luciana Aymar wird präzise am Kreisrand angespielt. Ein fulminanter Schuss, nichts zu halten für Reynolds, 4:0!

66. Minute [0:3]: Das war es dann. Wieder Luciana Aymar, sie dribbelt durchs halbe Mittefeld, niemand stoppt sie. Vor dem Kreis passt sie wieder auf Alejandra Gulla, die völlig ungedeckt im Kreis wartet. Gulla sticht den Ball über die rausstürmende Reynolds.

64. Minute [0:2]: Kristina Reynolds hält ihre deutsche Mannschaft wenigstens noch theoretisch im Spiel: Mit einer klasse Fußparade hält sie einen halbhohen Eckenschlenzer.

64. Minute [0:2]: Luciana Aymar macht das ganz clever: Wird an der linken Seite des Kreises angespielt, macht einen Schritt und spielt der herausstürzenden Julia Müller an denFuß: Dritte Strafecke für Argentinien.

63. Minute [0:2]: Symptomatisch für das deutsche Spiel: Natascha Keller will von links einen Freischlag direkt am Kreisrand ausführen, schrubbt aber regelrecht über den Ball, der dann ins Aus geht.

60. Minute [0:2]: Das war doch noch mal eine gute Chance für Deutschland, über links geht es in den argentinischen Schusskreis, dann geht aber der Schuss zu hoch Richtung Tor: Freischlag für Argentinien.

56. Minute [0:2]: Stattdessen kommen die Argentinierinnen zur nächsten Chance. Augustina Soledad Garcia schießt aber aus vollem Lauf aus halblinker Position links am Tor vorbei.

53. Minute [0:2]: Von diesem Schock müssen sich die Deutschen erst einmal erholen. Momentan gelingt ihnen das noch nicht, die Deutschen scheinen blockiert. Viele Pässe finden nicht die Mitspielerin.

49. Minute [0:2]: Das ist bitter! Drüben haben die Deutschen vier Ecken in Folge, können keine nutzen. Dann ein Entlastungsangriff der Argentinierinnen, und prompt fällt das 0:2. Alejandra Gulla verlängert einen super Pass von Aymar durch die Beine von Kristina Reynolds ins deutsche Tor.

48. Minute [0:1]: Das war knapp: Fanny Rinne schnlenzt den Ball nur an den Außenpfosten. Pech für Deutschland.

47. Minute [0:1]: Eine wahre Eckenserie folgt nun. Auch die dritte und vierte Ecke der Deutschen wird nur regelwirig abgewehrt. Nun kommt die fünfte.

47. Minute [0:1]: Zweite Strafecke für Deutschland, Tina Bachmann scheitert, der Ball wird hoch abgewehrt. Die Ecke wird wiederholt.

39. Minute [0:1]: Nach langsamen Beginn, bekommt Argentinien die erste Strafecke zugesprochen. Und das ist das 1:0 für die Argentinierinnen. 

Halbzeit im Olympic Green Hockey Stadium. Beide Mannschaften haben sich in der ersten Halbzeit vor allem gegenseitig neutralisiert. Argentinien hatte dabei aber die größeren Chancen, wenn auch nicht unbedingt zwingende. In wenigen Minuten geht es hier mit der zweiten Halbzeit weiter.

35. Minute [0:0]: Und noch eine Chance für Argentinien kurz vor der Pause. Fanny Rinne verliert den Ball am eigenen Schusskreis, doch der Schuss der Argentinierin geht weit über das deutsche Tor.

32. Minute [0:0]: Wieder Luciana Aymar! Sie spielt zwei, drei Deutsche aus und kommt frei im Schusskreis zum Abschluss. Doch Kristina Reynolds pariert mit dem Fuß.

29. Minute [0:0]: Riesenchance für Welthockeyspielerin Luciana Aymar. Eine Mitspielerin macht die sogenannte "Hundekurve" läuft also in einem Bogen bis zur Grundlinie in den deutschen Schusskreis, um dann in die Mitte zurück zu passen. Aymar verpasst den Ball nur ganz knapp, weil eine Deutsche ihren Schläger in den Schuss hält.

26. Minute [0:0]: Ballverlust an der argentinischen Viertellinie. Maike Stöckel aus Köln tankt sich über links bis in den Kreis und schießt dann nur knapp am langen Pfosten vorbei.

24. Minute [0:0]: Immer noch scheint keine der beiden Mannschaften ein Rezept zu finden, um einmal wirklich gefährlich vor dem Tor des Gegners aufzutauchen. So geht es immer wieder hin und her, wobei sich vor allem die Deutschen etwas einfallslos anstellen: Meist spielen sie den Ball einfach nur lang und bauen das Spiel nicht in Ruhe auf.

22. Minute [0:0]: Erste größere Chance für Argentinien. Carla Rebecchi wird aus dem Mittelfeld lang in den Kreis geschickt, kommt aber nicht mehr an den Ball.

20. Minute [0:0]: Bundestrainer Michael Behrmann hat seine Mannschaft tatsächlich sehr defensiv eingestellt. Nichts riskieren, scheint seine Devise. Die deutschen Damen ziehen sich bis hinter die Mittellinie zurück, spielen eine klassische Mittelliniendeckung.

16. Minute [0:0]: Das war äußerst robust: Maria de la Paz Hernandez blockt Mandy Haase mit einem Bodycheck vom Ball. Dafür wird sie von der koreanischen Schiedsrichterin mit der ersten grünen Karte des Spiels verwarnt. Mandy Haase kann weiter spielen. 

13. Minute [0:0]: Die Deutschen ziehen sich weit zurück und lassen die Argentinierinnen erst einmal kommen.

10. Minute [0:0]: Fanny Rinne täuscht einen Schlenzer an, der Ball wird auf Anke Kühn gelegt, doch die argentinische Torhüterin Succi Belen hält den flachen Ball mit dem Schläger.

9. Minute [0:0]: Die ersten Minuten beweisen, dass es eine enge Partie wird. Beide Mannschaften tasten sich ab. Dann einmal ein schneller Angriff der Deutschen über links. Ein argentinischer Fuß stoppt den Ball  im Kreis. Erste Strafecke für Deutschland.

1. Minute [0:0]: Im Olympic Green Hockey Stadium beginnt das Spiel Deutschland gegen Argentinien.

Aber auch die deutsche Mannschaft will den Sieg hier und sich nicht mit einem Remis zufrieden geben. Es gibt da noch eine offene Rechnung zwischen beiden Mannschaften: Im Mai deklassierten die Argentinierinnen die Deutschen mit 6:2 bei der Champions Trophy in Mönchengladbach. "Wir haben da noch eine Rechnung offen", sagte die Berliner Stürmerin vor der Partie der Deutschen Presse Agentur.

Vor dem vierten Spiel der deutschen Damen in der Vorrundengruppe B sind die Vorzeichen klar: Mit einem Sieg sind die deutschen Damen im Halbfinale, aber auch ein Unentschieden reicht, um die Vorschlussrunde zu erreichen. Für die Argentinierinnen ist die Situation da weitaus brenzliger: Die "Löwinnen", wie die Mannschaft in ihrer Heimat ob ihrer Kampfkraft genannt wird, müssen hier heute auf Platz B des Olympic Green Hockey Stadium gewinnen, um weiter im Rennen um die vier Halbfinalplätze zu bleiben.

In wenigen Minuten können Sie hier das Spiel Deutschland gegen Argentinien live und Spielzug für Spielzug verfolgen.

Herlich willkommen zum Tagesspiegel-Live-Ticker.

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