Sport : Spiele in der Kälte

Benedikt Voigt

Es ist kalt geworden in Athen. Wer nicht wie der Kollege Marco S. enden will, sollte Socken und Pullover einpacken, sonst wird es gefährlich. Der Pullover sollte einen Kragen besitzen, damit auch der Hals vor der kühlen Luft geschützt ist. Sogar nachts sucht sich die Kälte ihre Opfer, wie der Kollege Marco S. zu berichten weiß. Er hatte den Fehler begangen, sich an einem der ersten Tage in Athen nachts in seinem Hotelzimmer zur Ruhe zu legen. Als er aufwachte, schmerzte sein Hals und seine Stimme klang heiser. Am schlimmsten aber ist es, wenn man aus dem Haus tritt. Die Kälte ist unberechenbar, selten lässt sich vorhersagen, wo sie auf einen lauert. In Einkaufszentren, im Bus, in der Metro. Am kühlsten erwies sich bisher die neue Straßenbahn nach Piräus. In angenehmer Zimmertemperatur fuhren wir in dem modernen Wagen dem Hafen entgegen, stiegen in eine andere Straßenbahn um – und froren bitterlich.

Die Kälte ist heimtückisch. Bei durchschnittlichen Außentemperaturen von 35 Grad täuscht sie Abwesenheit an. Das könnte den Besucher der Olympischen Spiele dazu verleiten, auf den Pullover verzichten zu wollen. Oder auf die Socken. In diesem Fall schlagen die Klimaanlagen gnadenlos zu. Die Kühlgeräte sind überall, es gibt kein Entkommen. Glücklich derjenige, der einen Schalter in die Hand bekommt und die Temperatur selber regulieren kann. Wie der Kollege Marco S. Er hat die Klimaanlage in seinem Hotelzimmer inzwischen ausgeschaltet. Es geht ihm wieder besser.

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