Sport : Spiele unter Protest

Friedhard Teuffel

So hoch wie 2008 ist die olympische Bewegung bislang noch nicht gekommen. Das olympische Feuer soll auf seinem Weg nach Peking bis hinauf auf den Mount Everest getragen werden. Doch für den Fackellauf haben sich die Chinesen leider den falschen Namen ausgedacht: „Harmonische Reise“. Denn schon bei den Reisevorbereitungen wird gestritten.

Das hat auch etwas mit dem Mount Everest zu tun, denn der liegt in Tibet, und die Forderungen nach einer Unabhängigkeit Tibets von China werden nun wieder laut. Außerdem will Taiwan nicht hinnehmen, dass die Fackel von dort aus nach Hongkong weiterreist, anstatt in ein unabhängiges Drittland. Das sei eine Herabwürdigung der eigenen Souveränität, klagt Taiwans Regierung. Die Politik ist zurück im Sport.

Bisher haben die Chinesen Olympia vor allem als riesige Chance gesehen und das Risiko vielleicht unterschätzt. Sie wollen mit den Spielen in Peking der Welt ein modernes Land präsentieren und ihren wirtschaftlichen Aufschwung vorantreiben. Politische Einmischung wollen sie nicht. Doch schon jetzt nimmt die Weltöffentlichkeit wahr, wenn vier amerikanische Aktivisten in Peking für die Unabhängigkeit Tibets demonstrieren. Oder Hollywood-Regisseur Steven Spielberg die chinesische Regierung auffordert, ihren Einfluss im Sudan geltend zu machen, um das Morden in Darfur zu beenden. Gut möglich, dass die Bilder von der olympischen Flamme am Mount Everest in den Hintergrund treten – wegen Demonstrationen gegen Menschenrechtsverletzungen.

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