Sport : Spielen im Skandal

Hertha BSC versucht, sich auf die Partie gegen Bayern zu konzentrieren

Mathias Klappenbach

Berlin - Dieter Hoeneß war gestern bemüht, anstelle des Wettskandals das Spiel in den Vordergrund zu stellen. Schließlich trifft Hertha BSC am Sonntag (17.30 Uhr) im ausverkauften Olympiastadion auf den FC Bayern München. „Wir wollen den vielen Fans einen Anreiz bieten, in dieser Saison wiederzukommen“, sagt der Hertha-Manager. Zum ersten Mal seit dem Umbau werden 74 500 Zuschauer ein Bundesligaspiel im Olympiastadion sehen. „Die beiden Punkte, die wir beim 2:2 in Bochum vor einer Woche verschenkt haben, wollen wir uns zurückholen. Beim 1:1 in München im Hinspiel haben wir gezeigt, wie das gehen kann“, sagt Hoeneß. Auch der Trainer ist zuversichtlich. „Bayern kommt mir als Gegner jetzt gar nicht so unrecht. So kann ich mir sicher sein, dass sich die Spieler hundertprozentig konzentrieren und die Fehler, die wir gegen Bochum gemacht haben, nicht wiederholen“, sagt Götz.

Doch die Konzentration auf das große Spiel fällt auch den Verantwortlichen nicht leicht. Schiedsrichter Robert Hoyzer, der gestanden hat, Spiele manipuliert zu haben, ist weiter Mitglied bei Hertha BSC. „Er ist nie bei uns ausgetreten“, sagt Hoeneß. „Wir haben entsprechend der Satzung ein Ausschlussverfahren eingeleitet. Das wird in Absprache mit dem DFB aber noch nicht vollzogen, weil Hoyzer sonst nicht mehr durch die Sportgerichtsbarkeit des Verbandes zu belangen wäre.“

Zudem hat Hoeneß der Mannschaft schon am vergangenen Samstag, als die Vorwürfe gegen Hoyzer bekannt wurden, Wetten auf die eigenen Spiele verboten. „Ich weiß, dass manche kleine Wetten auf Spiele machen. Aber das sind ganz normale Sportwetten“, sagt der Manager. Ob auch der Verein durch den Skandal einen Imageverlust erleiden wird, will Hoeneß erst einmal abwarten. „Grundsätzlich führt die Schiedsrichter-Abteilung wie in anderen Vereinen ein eigenes Leben. Wir haben wenig Kontakt“, sagt Hoeneß, der Wert darauf legt, zu diesem Thema im Namen des Präsidiums zu sprechen, das für die Amateurabteilung des Vereins inklusive Schiedsrichter zuständig ist, und nicht als Manager des Profi-Teams. „Persönlich kennt man die Schiedsrichter höchstens durch Zufall. Das ist so gewollt, damit keine Nähe entsteht, die Brisanz in sich bergen könnte. Aber die Schiedsrichter müssen ja einem Verein angehören.“

Besondere Sicherheitsvorkehrungen für Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer und seine Assistenten sind nicht geplant. Hoeneß will im Vorwort des Stadionhefts an die Fans appellieren, fair mit den Unparteiischen, „deren Job noch schwieriger als sonst sein wird“, umzugehen. Auch mit der Mannschaft will der Manager ein Gespräch darüber führen.

Der erkältete Torwart Christian Fiedler kann übrigens spielen. Ebenso wie Verteidiger Josip Simunic, der nach seinem Bluterguss am Knie gestern wieder mit der Mannschaft trainierte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben