Sport : Spieler auf Schicht

Wolfsburgs Trainer Gerets verlangt von seinem Team ehrliche Arbeit

Mathias Klappenbach

Erik Gerets sagt von sich selbst, dass er nie gut einschlafen kann. Dafür leidet der frühere Kapitän der belgischen Nationalmannschaft zu sehr mit. Als Verteidiger war er früher kompromisslos und knallhart, Fußball bedeutet für ihn vor allem hartes, ehrliches Handwerk. Auch heute verlangt der 50-Jährige von seinen Spielern vor allem die traditionellen Werte Leidenschaft und Kampf, beim Volkswagen-Klub Wolfsburg ist er dafür bei den Fans sehr beliebt. Wer keinen Einsatz und Disziplin zeigt und damit das Vertrauen von Gerets enttäuscht, beleidigt den impulsiven Trainer persönlich und bekommt das dann auch zu spüren.

Gerets ist nah an der Mannschaft und hat ein eher kumpelhaftes Verhältnis zu seinen Spielern, denen er auf Augenhöhe gegenübertritt. Wegen dieser Nähe wird ihm manchmal vorgeworfen, dass er nicht abstrahieren könne und ihm die Fähigkeit zur reflektierten Analyse seiner Arbeit fehle.

Doch Gerets freut sich darüber, wenn er als Fußball-Romantiker bezeichnet wird. Dabei ist sein Spielsystem vor der Vierer-Abwehrkette variabel und modern. Nur sind die Spieler heute nicht immer so mit dem Herzen bei der Sache wie Erik Gerets.

Erik Gerets

ist seit April 2004 Trainer in Wolfsburg. Zuvor betreute er den 1. FC Kaiserslautern. In Belgien und Holland wurde er als Trainer mit drei verschiedenen Klubs Meister.

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