Sport : Spielerin muss nach dem Angriff einer Polizistin im Krankenhaus bleiben

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Berlin – Karl-Heinz Wolf fehlen noch immer die Worte. Einfach nur „unglaublich“ findet der Damen-Abteilungsleiter des VfR 07 Limburg die Ereignisse, welche sich am Mittwochabend auf dem Limburger Sportplatz abspielten.

Dass die Limburger Spielerin Jenny Schäfer seit zwei Tagen mit schweren Gesichtsverletzungen im Krankenhaus liegt, macht Wolf fassungslos. „So etwas hat mit Sport überhaupt nichts zu tun“, echauffiert er sich. Während eines Pokalspiels der Limburgerinnen gegen Wiesbaden war eine Wiesbadener Zuschauerin auf das Spielfeld gerannt und hatte Jenny Schäfer mit mehreren Faustschlägen ins Gesicht verletzt, nachdem diese eine Wiesbadener Spielerin gefoult hatte. „Ein Allerweltsfoul war das“, sagt Wolf. Als Jessica Otto ihrer Mitspielerin Jenny Schäfer zu Hilfe kommen wollte, wurde sie von der Angreiferin ebenfalls am Kopf verletzt. Otto geht es inzwischen wieder besser, so dass sie im Gegensatz zu ihrer Mitspielerin das Krankenhaus bereits wieder verlassen konnte.

Die Schiedsrichterin brach das Spiel beim Stand von 1:0 für Wiesbaden nach dem Angriff sofort ab. Für Karl-Heinz Wolf die einzig logische Entscheidung. „Nach so etwas kann man nicht weiterspielen.“

Die Ordner konnten die Frau anschließend zwar überwältigen, für Jenny Schäfer und Jessica Otto kam die Hilfe jedoch zu spät. Später stellte sich heraus, dass es sich bei der Angreiferin um eine Polizistin handelt, die nach Limburg gereist war, um die Wiesbadener Mannschaft zu unterstützen. Wiesbadens erster Vorsitzender, Ernst-Ewald Roth, entschuldigte sich auf der Internetseite des Vereins bei den Limburgerinnen. Er bezeichnete den Angriff als „traurig, unverständlich und durch nichts zu entschuldigen“.

Roth erteilte der Angreiferin bereits ein „Stadionverbot auf Lebenszeit“. Jessica Otto wollte sich gestern nicht zu dem Vorfall äußern. Sie will sich laut Karl-Heinz Wolf nun einen Anwalt nehmen und juristisch gegen die Polizistin vorgehen. Sebastian Stier

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