Sport : Spielfreude schlägt Lustlosigkeit

Köln – Hoffenheim 0:4

Christiane Mitatselis

Köln - Zvonimir Soldo sah am Samstagnachmittag sehr blass aus. Der Trainer des 1. FC Köln schüttelte oft den Kopf und schaute noch häufiger frustriert zu Boden – so als mochte er das Elend auf dem Platz nicht mitansehen. Mit 0:4 (0:2) ließ sich der 1. FC Köln vor 45 000 Zuschauern von der TSG Hoffenheim abfertigen. Die Gäste mussten sich nicht einmal besonders anstrengen, um die derangierten Kölner an die Wand zu spielen.

Schon vor der Partie hatte es in Köln Ärger gegeben. Der Klub ließ seinen slowenischen Stürmer Milivoje Novakovic am Donnerstag aus Ljubljana einfliegen und störte damit die Feiern des Profis anlässlich der gelungenen WM-Qualifikation Sloweniens. Novakovic fühlte sich bevormundet und weinte sich in der Boulevardpresse aus. Seine schlechte Stimmung übertrug sich auf das Kölner Team, das der Spielstärke der Hoffenheimer vor allem Lustlosigkeit entgegensetzte. Die Gäste konnten ihr Kombinationsspiel somit über weite Strecken in voller Schönheit entfalten. Knapp fünf Minuten waren gespielt, da zog Carlos Eduardo unbedrängt aus etwa 25 Metern ab und traf zum 1:0. Noch dummer sah die Kölner Abwehr fünf Minuten später aus, als Miso Brecko gegen Chinedu Obasi halbherzig verteidigte, sodass der Hoffenheimer mühelos per Kopf das 2:0 erzielen konnte.

Carlos Eduardo vergab in der ersten Hälfte eine Reihe weiterer guter Chancen. Der FC wurde in Gestalt von Petit, Maniche und Lukas Podolski, der sich die fünfte Gelbe Karte einhandelte, nur durch teilweise rüde Fouls auffällig. Den frustrierten Fans fiel nichts anderes ein, als Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp in Sprechchören zu schmähen, bis sie der Stadionsprecher aufforderte, damit aufzuhören. Das 0:3 verschlief der FC kollektiv: Die zweite Halbzeit war 27 Sekunden alt, als Demba Ba sich an der Strafraumgrenze durchsetzte und zum 3:0 traf. Hoffenheim machte weiter das Spiel, tat nun aber nicht mehr als nötig. Die Kölner zeigten leichte Ansätze von Kampf, hatten aber sonst nichts zu bieten. Anders die Gäste: In der 90. Minute machte der eingewechselte Vedad Ibisevic das 4:0 perfekt. Christiane Mitatselis

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