Sport : Spielfreude siegt

Bayer Leverkusen gewinnt 3:2 in Bochum

Richard Leipold[Bochum]

Es war schon kurios. Der VfL Bochum hatte verloren und trotzdem hatte Chefcoach Marcel Koller nichts besseres zu tun, als seine Mannschaft ausgiebig zu loben. „Sie hat keine Sekunde aufgegeben“, sagte Koller. „Doch uns gelingt einfach kein dreckiges Tor.“ Genau zwei saubere Tore gelangen den Bochumern gestern: Nach den Treffern von Vidal, Renato Augusto und Helmes sah Bayer Leverkusen in Bochum schon nach einer Stunde wie der sichere Sieger aus. Doch in der hektischen Schlussphase brachten die beiden VfL-Torschützen Sestak und Kaloglu die junge Leverkusener Mannschaft noch in Bedrängnis. Bayer gewann am Ende 3:2 (2:0). Bochum verlor neben dem Spiel auch Innenverteidiger Yahia, den der Schiedsrichter nach einem Foul an Dum mit der Roten Karte bestrafte.

Die Leverkusener waren abermals voller Spielfreude an die Arbeit gegangen – und früh in Führung. Schon ihr zweiter Angriff führte zum Erfolg. Mittelfeldspieler Vidal traf zunächst den Pfosten, nutzte den Abpraller dann aber zum ersten Treffer. Der VfL konnte nicht an die Leistung anknüpfen, die er in der Rückrunde der vergangenen Saison gegen die Rheinländer geboten hatte. Anfang März zeigten die Bochumer ihre beste Saisonleistung und gewannen 2:0. Dieses Mal lief es jedoch anders. Bayer stürmte zunächst leichtfüßig weiter, und Renato baute den Vorsprung mit einem platzierten Distanzschuss aus.

Im Gefühl, den Gegner zu beherrschen, wurden die Leverkusener Mitte der ersten Hälfte aber nachlässig und ließen die anfangs zaghaften Bochumer ins Spiel kommen – und auch zu einer Reihe guter Chancen, den Rückstand zu verkürzen. Der japanische Mittelfeldstratege Ono etwa scheiterte erst an Torwart Adler, der den Ball abwehrte, und im Nachschuss an Verteidiger Friedrich, der die Kugel kurz vor der Torlinie wegschlug.VfL-Stürmer Kaloglu hatte zuvor den Pfosten getroffen. Im zweiten Durchgang begnügten sich die Bayer-Profis zunächst damit, ihren Vorsprung zu halten. Den Bochumern schien es an Mut und an Ideen zu fehlen, um die Genügsamkeit ihres Gegners auszunutzen. Nach gut einer Stunde schien die erste Heimniederlage besiegelt, ehe binnen zwei Minuten die Tore von Sestak und Kaloglu den Westfalen wieder Hoffnung einhauchten. Doch der Schlussspurt reichte den Bochumern nicht mehr, um noch einen Punkt zu ergattern.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben