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Spielmanipulationen in der Türkei : UEFA sperrt Fenerbahce und Besiktas Istanbul

27.06.2013 14:53 Uhrvon
Ein Zweikampf zwischen Reto Ziegler und Ricardo Quaresma.Bild vergrößern
Fenerbahce's Reto Ziegler (r.) und Besiktas' Ricardo Quaresma (l.) im Kampf um den Ball. - Foto: dpa

Besiktas und Fenerbahce Istanbul wurden von der UEFA für den Europacup gesperrt. Begründung: 2011 sollen sich beide Vereine mit Spielmanipulationen die Meisterschaft bzw. den Pokalsieg gesichert haben. Die Klubs wollen sich gegen die Sperren wehren.

Zum ersten Mal seit Wochen wurden die Titelseiten der türkischen Zeitungen am Mittwoch nicht von der regierungsfeindlichen Protestwelle bestimmt, die das Land seit Ende Mai in Atem hält. Schlagzeilen wie „Erdbeben“, „Schwarzer Tag“ oder „Heftige Rechnung“ galten der Entscheidung der Uefa, die Istanbuler Spitzenklubs Fenerbahce und Besiktas wegen manipulierter Spiele von europäischen Fußballwettbewerben auszuschließen.

Fenerbahce wurde für zwei Jahre gesperrt, ein weiteres Jahr Sperre wurde auf Bewährung ausgesetzt. Besiktas erhielt ein Jahr Sperre. Beiden Vereinen wird vorgeworfen, im Jahr 2011 Spiele in der Türkei verschoben zu haben.

Bei Fenerbahce geht es um ein Spiel, das dem Verein damals die Meisterschaft sicherte, bei Besiktas um das gewonnene Pokalfinale.

Damit legt die Uefa mehr Entschlossenheit zur Ahndung von Spielmanipulationen an den Tag als der türkische Fußballverband. Die Istanbuler Justiz hatte im Sommer 2011 mehrere Dutzend hochrangige Funktionäre von Fenerbahce und anderen Klubs, darunter Fenerbahce-Präsident Aziz Yildirim, in Haft nehmen lassen. In dem anschließenden Prozess wurden Yildirim und andere zwar zu Haftstrafen verurteilt, kamen aber wieder frei, weil die Strafen wegen der Untersuchungshaft für abgegolten erklärt wurden.

Auf Druck der Uefa wurde Fenerbahce damals vom türkischen Verband TFF aus der Champions League zurückgezogen. Ansonsten kehrte der TFF bald zum Alltag zurück, als wäre nichts gewesen. TFF-Chef Yildirim Demirönen, ein reicher Unternehmer und Expräsident von Besiktas, habe Probleme unter den Teppich gekehrt und Warnungen der Uefa vor schweren Strafen ignoriert, kritisierte die Zeitung „Habertürk“ am Mittwoch. Erst nach der Uefa-Intervention bewegte sich wieder etwas in der Affäre: Fenerbahces Präsident Aziz Yildirim wurde von einem Gericht vorläufig abgesetzt, bis die Vorwürfe juristisch geklärt sind.

Besiktas und Fenerbahce Istanbul wollen sich gegen die Sperren wehren

Die Klubs wollen sich zwar gegen die jetzt ergangenen Sperren wehren. Auch kündigten Fenerbahce-Fans für Mittwochabend eine Protestkundgebung gegen die Uefa an. Doch die Vereine stehen nach der Entscheidung international als Schieber am Pranger. Die Aktien beider Vereine an der Istanbuler Börse gingen am Mittwoch in den Sturzflug. Der finanzielle Verlust für die beiden Klubs durch verpasste internationale Begegnungen wird auf 50 Millionen Euro geschätzt.

Begrüßt wurde der Uefa-Spruch dagegen von dem Schwarzmeer-Klub Trabzonspor, der 2011 durch das von Fenerbahce manipulierte Spiel um den Titel gebracht wurde. „Wir sind erfreut, weil das Recht gesiegt hat“, sagte Trabzonspor-Vereinschef Ibrahim Haciosmanoglu. „Wir wollen einen sauberen, moralisch einwandfreien und gerechten türkischen Fußball.“ Auch Trabzonspor war vor zwei Jahren im Zusammenhang mit Bestechungsvorwürfen genannt, vom Gericht aber freigesprochen worden. Ob sich nun etwas ändern wird in der Türkei, ist ungewiss. Einige Anhänger der beiden betroffenen Vereine sprechen von einem Komplott. Und so lange der Fehler woanders gesucht wird, ist im türkischen Fußball kein rigoroser Neuanfang zu erwarten.

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