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Spielmanipulationen in Österreich? : Fußballprofi Taboga festgenommen, 20 Spieler im Visier

Opfer oder Täter? Mitte November hatte der ehemalige österreichische Fußballprofi Dominique Taboga behauptet, zu Spielmanipulationen gezwungen worden zu sein. Nun wurde er selbst festgenommen. Darüber hinaus haben die Fahnder 20 weitere Spieler im Visier

Am Boden: Grödigs Dominique Taboga sah sich als Opfer. Jetzt wurde er selbst festgenommen.
Am Boden: Grödigs Dominique Taboga sah sich als Opfer. Jetzt wurde er selbst festgenommen.Foto: Imago

Die Wettbetrugs-Affäre im österreichischen Fußball weitet sich aus. 20 aktive oder ehemalige Spieler seien am Donnerstag als Beschuldigte vernommen worden, teilten die Ermittler in Salzburg mit. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen im Zeitraum von 2004 bis jetzt 17 bis 19 Spiele manipuliert worden sein. Die vernommenen Fußballer oder Ex-Kicker spielen oder spielten in der Bundesliga, der Ersten Liga, in Regional- oder Landesligen.

Im Zusammenhang mit der Wettbetrugs-Affäre im österreichischen Fußball war der ehemalige Spieler des SV Grödig, Dominique Taboga, festgenommen worden. Dies bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg am Donnerstag der Nachrichtenagentur APA. Gegen den „ursprünglichen Anzeiger des Erpressungsfalls“ werde ein Antrag auf Untersuchungshaft gestellt.

Taboga werde in Zusammenhang mit Spielmanipulation und Wettbetrug verdächtigt, darüber hinaus werde gegen ihn auch wegen Veruntreuung ermittelt. Er war am Mittwoch bei einem Spaziergang in Kärnten festgenommen worden.

Taboga hatte am 11. November bei der Polizei behauptet, er hätte ein Spiel manipulieren sollen, habe sich aber geweigert. Wegen des entgangenen Gewinns habe man ihn unter Androhung von Gewalt gegen sich und seine Familie erpresst. Er habe „etwas unter 30.000 Euro“ an seine Erpresser bezahlt, schilderte Taboga damals.

Vor zwei Wochen waren der frühere Nationalspieler Sanel Kuljic und ein mutmaßlicher Komplize wegen mutmaßlicher Erpressung festgenommen worden. Gegen sie wird auch wegen Spielmanipulation und Wettbetrugs ermittelt. (dpa)

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