Sport : Spielplan der WM-Qualifikation sorgt auf der Insel für Diskussionen

Mit gemischten Gefühlen hat die Presse in England auf den am Donnerstag festgelegten Spielplan für die Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea reagiert. Während der "Daily Star" das Auftakt-Heimspiel der Briten am 7. Oktober gegen Deutschland als den von Nationalcoach Kevin Keegan erhofften "Traumtermin" und als "1:0 für Keegan" wertete, kamen andere Blätter am Freitag genau zum gegenteiligen Urteil. "Der listige Kaiser (Franz Beckenbauer, d. Red.) weiß genau, wie Keegan in eine Mausefalle zu locken ist", schrieb der "Daily Mail" zu der nach zähen Verhandlungen in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt (Main) getroffenen Vereinbarung mit England sowie den weiteren Gruppen-Gegnern aus Griechenland, Albanien und Finnland.

Danach hat die deutsche Mannschaft am 1. September 2001 im vermeintlich entscheidenden Rückspiel gegen die Briten Heimrecht. "Nach siebeneinhalb Stunden sah es so aus, als sei Mighty Mouse (Kevin Keegan, d. Red) vom Kaiser ausgetrickst worden. England wurde nämlich dazu gebracht, das Auswärtsspiel gegen Deutschland nächstes Jahr im schwarzen September auszutragen - in dem Monat, wenn England traditionell am schlechtesten abschneidet", kritisierte die "Daily Mail" die Zustimmung des englischen Verbandes zu dem Terminkalender.

"Keegan muss es zum Auftakt richtig machen gegen Deutschland. Ein Sieg wird England ermöglichen, die Gruppe zu kontrollieren. Eine Niederlage hätte zur Folge, mit sechs Punkte hinter Deutschland zu liegen, zu einem brutal frühen Zeitpunkt", meinte "The Express". Auch das Massenblatt sieht für den "September-Besuch beim unnachgiebigsten europäischen Gegner" in Deutschland angesichts des "fast traditionell schlechten Abschneidens in diesem Monat" schwarz. Für "The Guardian" hängt viel vom ersten Duell ab, das selbst "The Times" zu einem "monumentalen Heimspiel" erklärte. "Keegan hat zuerst den Deutschen-Test. England beginnt das Bemühen, sich für die WM 2002 zu qualifizieren, mit dem Versuch, das Schlimmste gleich zu Beginn hinter sich zu bringen."

Blatter steht

zu den Afrikanern

Accra (sid). Im Rennen um die WM-Endrunde 2006 hat sich Weltverbands-Präsident Sepp Blatter erneut auf die Seite der afrikanischen Bewerber Südafrika und Marokko geschlagen. "Sie können diese WM ausrichten. Und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Afrika den Zuschlag bekommt", erklärte der Schweizer beim Kongress der afrikanischen Fußball-Konföderation in Ghanas Hauptstadt Accra, wo am Sonnabend der Afrika-Cup beginnt. Neben Südafrika und Marokko bewerben sich noch Deutschland, England und Brasilien um die WM-Endrunde 2006, die am 6. Juli durch die Fifa-Exekutive in Zürich vergeben wird.

Blatter machte noch einmal deutlich, dass er es als absolut gerecht empfinden würde, wenn Afrika den Zuschlag bekäme. Nach Amerika 1994 (USA), Europa 1998 (Frankreich) und Asien 2002 (Japan und Südkorea) ist seiner Meinung nach der afrikanische Kontinent einfach an der Reihe.

Blatter warnte die Afrikaner aber auch, dass eine Menge von dem Ergebnis der Fifa-Inspekteure abhängen werde, die alle WM-Kandidaten unter die Lupe nehmen. Am Donnerstag hatte diese Fifa-Kommission unter Leitung des Amerikaners Alan Rothenburg (USA) ein vernichtende Einschätzung über die Verhältnisse in Brasilien getroffen. Die Fifa-Kontrolleure hatten zuvor bereits die Bewerber Deutschland und England, die sich in Accra mit Videos den afrikanischen Kongressteilnehmern vorgestellt und für ihre Kandidatur geworben hatten, besucht und sich anschließend in beiden Fällen positiv geäußert. Die Visiten in Marokko und Südafrika stehen im März an.

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