Sport : Spielplatz aus Eis

Trotz vieler Tore sieht sich Alexander Barta noch nicht am Ziel

Claus Vetter

Berlin. Thomas Steen war beeindruckt vom Sturmpartner seines Sohnes. „Ein großes Talent, der Alexander Barta“, sagte er. „Aus dem kann was werden.“ Das hieß was. Schließlich war Steen einst ein Superstar in der nordamerikanischen Profiliga NHL. Es ist schon ein paar Jahre her, dass der Schwede zum Ende der Karriere seine Kringel für die Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) drehte. Steens Sohn Alexander spielte damals im Nachwuchs mit Barta.

Die Wege der beiden Talente haben sich getrennt, nachdem Thomas Steen 1999 Berlin verlassen hat. Der Sohn ging mit dem Vater nach Schweden. Aus Alexander Steen ist etwas geworden, 2002 sicherte sich der NHL-Klub Toronto Maple Leafs die Rechte an ihm. Momentan spielt Steen noch beim schwedischen Erstligisten Frölunda Göteborg, ist dort sechstbester Scorer, mit 19 Jahren. Und der ein Jahr ältere Alexander Barta?

Aus ihm wird derzeit etwas. Fünfmal hat der laufstarke Stürmer in den jüngsten sechs Spielen für die Eisbären getroffen und damit den Berliner Manager erschreckt. „Mein Gott, er hat so viele Tore wie Steve Walker erzielt“, sagt Peter John Lee. „Aber jubelt mir den Alex bloß nicht zu hoch.“ Geht gar nicht, weil Bartas Statistik eine Schwäche offenbart: Er stand bei 14 Toren auf dem Eis, aber auch bei 20 Gegentoren. „Ich habe viel Glück gehabt“, sagt Barta. „Wegen der vielen Verletzten bei uns spiele ich sehr viel. Aber ich habe noch Defizite in der Defensivarbeit.“

Der gebürtige Berliner hat einst, ein paar Jahre nach Bruder Björn, beim Schlittschuh-Club mit dem Eishockey begonnen. Mit seinem Blondschopf und dem spitzbübischen Lächeln sieht er ganz adrett aus. Im Stadionheft hat er eine eigene Seite, der Klub versucht, ihn als Boy-Group-Verschnitt zu promoten: Wenn Barta mit Basecap und Basketball auf dem Spielplatz posiert, hat das etwas Abenteuerliches. „Die versuchen etwas mit mir aufzubauen“, sagt er. „Es liegt daran, dass ich Berliner bin und daran, dass ich so etwas mit mir machen lasse.“ Die Bodenhaftung verliere er deswegen nicht. Und an die NHL, wie Alexander Steen, denke er auch nicht. Das Nahziel Nationalteam ist noch nicht erreicht. „Das kann ich nach ein paar Toren auch nicht erwarten.“

Letztmalig hat Barta seinen früheren Kollegen Alexander Steen übrigens 2002 bei der Junioren-WM getroffen. Mit ihm wird er wohl nicht mehr zusammenspielen, dafür könnte er Bruder Björn als Sturmpartner bekommen. Dessen Vertrag in Augsburg läuft aus. Die Berliner würden Björn Barta gern nach Berlin zurückholen. Schön wäre das mit dem Bruder, sagt Alexander Barta. „Aber ob es klappt, kann ich nicht beurteilen.“

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