SPIEL UM PLATZ DREI  Heute, 17.30 Uhr, live in der ARD : Schweden - Frankreich

Sammeln für Platz drei. Schwedens Spielerinnen nehmen das kleine Finale sehr ernst. Foto: dapd
Sammeln für Platz drei. Schwedens Spielerinnen nehmen das kleine Finale sehr ernst. Foto: dapdFoto: dapd

Als die Schwedinnen am Mittwochabend gegen Japan verloren hatten, saßen sie nicht lange allein auf dem Boden oder liefen weinend über den Rasen. Sie versammelten sich zu einem Kreis, um sich nach diesem verlorenen Halbfinale noch einmal zu motivieren. „Wir müssen die Energie und Spielfreude wiederfinden und nicht in Depressionen verfallen“, sagte Trainer Thomas Dennerby. „Der dritte Platz ist sehr wichtig für uns.“ Deswegen habe er seine Spielerinnen sofort wieder versammelt. „Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen.“ Zwei Tage später war von schwedischer Harmonie allerdings nicht mehr viel zu sehen. Die heimischen Medien kritisierten Dennerbys Taktik nach dem kurzfristigen Ausfall seiner Kapitänin Caroline Seger, die wegen ihrer Wadenverletzung auch im Spiel um Platz drei gegen Frankreich (17.30, live in der ARD) nicht auflaufen wird. Rekordnationalspielerin Therese Sjögran forderte öffentlich, die glücklose Torhüterin Hedvig Lindahl durch die zweite Keeperin Sofia Lundgren zu ersetzen.

Ganz anders die Französinnen. Obwohl sie trotz einer guten Leistung gegen die USA (1:3) ausgeschieden sind, scheinen sie das verpasste Finale besser verkraften zu können. Im Gegensatz zu den Schwedinnen, die 2003 im Finale verloren, war das Halbfinale der bislang größte Erfolg für die Équipe von Trainer Bruno Bini. Für den französischen Fußballphilosophen wäre ein gewonnenes Spiel um Platz drei ohnehin mehr wert als eine mögliche Niederlage im Finale. „Die deutschen Männer waren 2006 mit dem dritten Platz zufrieden“, sagte Bini. „Die französischen Männer aber waren nach dem verlorenen Finale gegen Italien unglücklich.“

Für Schwedens Starstürmerin Lotta Schelin birgt das Spiel eine ganz besondere Komponente. Die französische Mannschaft ist zu großen Teilen identisch mit der von Olympique Lyon, dem Klub mit dem Schelin kürzlich die Champions League gewann. „Es ist immer was Besonderes gegen die Teamkolleginnen zu spielen“, sagt sie. „ Aber es geht um eine Medaille, also werde ich darüber nicht nachdenken.“ amy

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