Spionage-Affäre : McLaren attackiert FIA und Ferrari

Max Mosley, Präsident des Internationalen Automobilverbandes FIA, hat Berufungsverhandlungen in der Spionage-Affäre der Formel 1 angekündigt. McLaren kritisiert die Entscheidung und greift Erzrivale Ferrari scharf an.

WokingIn einer Pressemitteilung warfen die Briten dem italienischen Konkurrenten "eine absolut irreführende Pressekampagne" vor. Zudem habe der Druck des Internationalen Automobil-Clubs von Italien dazu geführt, dass der Internationale Automobilverband FIA beim FIA-Weltrat angefragt habe, das Urteil vom 26. Juli zu überdenken.

Darin war McLaren-Mercedes vom Verdacht der Spionage freigesprochen worden. Das 26-köpfige Gremium hatte keine Belege dafür finden können, dass der englisch-deutsche Rennstall Ferrari-Unterlagen im Besitz seines suspendierten ehemaligen Chefdesigners Mike Coughlan genutzt habe. Diese soll der Brite vom einstigen Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney erhalten haben.

Ausschluss der Silberpfeile droht

Sollte den Silberpfeilen doch noch der Gebrauch der geheimen Unterlagen nachgewiesen werden können, droht ihnen der Ausschluss aus der laufenden sowie aus der Weltmeisterschaft des kommenden Jahres. Ferrari hatte nach der Entscheidung in einer Mitteilung von einem schwerwiegenden Präzedenzfall gesprochen, der der Glaubwürdigkeit der Formel 1 abträglich sei.

"McLaren ist sich keiner neuen Informationen oder Argumente bewusst, die seit der Versammlung des Weltmotorsportrats aufgetaucht sind, und nimmt aus diesem Grund an, dass dieselben Materialien nun vom Berufungsgericht der FIA in Betracht gezogen werden", teilte nun wiederum McLaren mit. Die neuerliche Aufnahme des Verfahrens bezeichneten die Briten als "enttäuschend" und "Zeit raubend".

Dennoch sei man zuversichtlich, dass das Berufungsgericht der FIA McLaren-Mercedes ebenfalls entlasten werde. In der Zwischenzeit will sich das Team "auf unser laufendes Weltmeisterschafts-Programm konzentrieren", hieß es vor dem Großen Preis von Ungarn an diesem Sonntag in Budapest. Die Silberpfeile starten in den 11. von 17 WM-Läufen sowohl als Führende in der Konstrukteurswertung als auch in der Fahrerwertung vor Ferrari. (mit dpa)

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