Spionage-Prozess : Formel 1 behält sich Ausschluss von McLaren-Mercedes vor

Im Spionage-Prozess ist McLaren-Mercedes aus Mangel an Beweisen noch einmal glimpflich davongekommen. Sollten die Beweise im Laufe der Saison aber noch gefunden werden, behält sich Internationale Automobilverband FIA vor, den Rennstall bis 2009 auszuschließen.

Fia World Motor Sport Council Hearing
Der Weltrat des Internationalen Automobilverbandes FIA tagt im Hauptquartier am Pariser Place de la Concorde. -Foto: dpa

ParisDer britisch-deutsche Formel-1-Rennstall McLaren-Mercedes ist aus Mangel an Beweisen von dem Verdacht der Spionage freigesprochen worden. Allerdings ist der Freispruch mit einer Warnung verbunden. Zu diesem Urteil kam der Weltrat des Internationalen Automobilverbandes FIA nach einer Verhandlung in Paris. Dem Team habe nicht nachgewiesen werden können, dass es sich durch geheime Ferrari-Unterlagen im Besitz des nachträglich entlassenen Chefdesigners Mike Coughlan einen Nutzen verschafft habe.

Der Besitz der Unterlagen stelle einen Verstoß gegen Artikel 151c der Internationalen Sporting Codes dar, hieß es nach der über fünfstündigen Sitzung. Es gebe aber keine ausreichenden Beweise, dass diese Informationen genutzt worden sein, um die WM nicht den Regeln entsprechend zu beeinflussen. "Daher erlegen wird keine Strafe auf", teilte das 26-köpfige Gremium mit.

Sollte sich im Laufe der restlichen Saison mit noch sieben ausstehenden Rennen herausstellen, dass der Rennstall doch aus den Unterlagen sich einen Vorteil verschafft hat, droht der Ausschluss aus dem Wettbewerb in diesem Jahr ebenso wie 2008. Sowohl die Fahrerwertung als auch die Konstrukteurswertung der laufenden Weltmeisterschaft bleiben nun aber unverändert. In beiden Klassements führen die Silberpfeile.

Mercedes-Motorsportchef Haug: "Fia hat uns bestätigt"

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat mit Zufriedenheit auf den Freispruch von McLaren-Mercedes in der Spionage-Affäre der Formel 1 reagiert. "Die FIA hat bestätigt, was wir von Anfang an sagten, denn unser Team hat eindeutig nicht von Ideen oder Designs einer konkurrierenden Mannschaft profitiert", sagte Haug nach dem Freispruch.

Dass der Weltrat des Internationalen Automobilverbandes FIA den Freispruch mit einer Warnung verbunden hat, wonach bei einer neuen Beweislage der Ausschluss aus der laufenden Weltmeisterschaft sowie im kommenden Jahr droht, "ist für uns ohne jegliche Relevanz. Denn wir haben nicht und wir werden nicht Ideen aus dem beanstandeten Material für uns verwenden - wir kennen dessen Inhalt nicht und wollen diesen auch nie kennen lernen", betonte Haug. (mit dpa)

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