Sport : Spionage, Teil zwei

Wird auch Renault wegen Datendiebstahl bestraft?

Monte Carlo - Eine zweite Spionageaffäre in der Formel 1 könnte an diesem Donnerstag zu einer weiteren hohen Geldstrafe führen und sogar schon Auswirkungen auf das Klassement der kommenden Saison haben. Renault muss sich vor dem Weltrat des Internationalen Automobilverbandes (Fia) verantworten. Der Rennstall soll im Besitz von Unterlagen des Rivalen McLaren-Mercedes gewesen sein. Die Frage ist, ob das Team die Informationen, die ein ehemaliger McLaren-Mitarbeiter zu den Franzosen mitbrachte, zu seinen Gunsten nutzen konnte.

McLaren-Mercedes wirft dem Weltmeisterteam von 2005 und 2006 vor, einen „klaren Nutzen und einen unfairen Vorteil“ durch die Informationen gehabt zu haben. McLaren steht am Freitag selbst im Mittelpunkt einer weiteren Weltratsverhandlung. Dabei geht es um eine mögliche Strafe für die Saison 2008 wegen der Ferrari-Unterlagen im Besitz des ehemaligen McLaren-Chefdesigners Mike Coughlan.

Die Fia ließ in den vergangenen Monaten prüfen, ob die Informationen beim Bau des neuen McLaren verwendet wurden. In der abgelaufenen Meisterschaft war das britisch-deutsche Team bereits mit dem Abzug aller Konstrukteurspunkte und der Rekordgeldstrafe von 100 Millionen Dollar belegt worden.

Möglich ist, dass die Franzosen ähnlich hart bestraft werden, sollte ihnen etwas nachgewiesen werden. Renaults Teamchef Flavio Briatore hatte den Besitz der McLaren-Daten eingeräumt, dementierte jedoch bislang jeglichen Einfluss der Daten auf das Design des eigenen Autos. Eine Bestrafung würde Renault auch im Kampf um den zweifachen Weltmeister Fernando Alonso treffen, um dessen Rückkehr sich das Team bemüht. dpa

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