Sport : Spitzenfußball, zumindest nächstes Jahr

Bayer Leverkusen muss in die Champions League – sonst ist der teure Kader nicht zu halten.

Getrübter Blick. Trainer Robin Dutt und sein Spieler Gonzalo Castro konnten mit dem 3:2 gegen Mainz nicht zufrieden sein. Foto: dapd
Getrübter Blick. Trainer Robin Dutt und sein Spieler Gonzalo Castro konnten mit dem 3:2 gegen Mainz nicht zufrieden sein. Foto:...Foto: dapd

Leverkusen - Als Robin Dutt am Montag bei Bayer Leverkusen die Trainingsarbeit wieder aufnahm, hatte sich der Ärger ein wenig verzogen. Er habe auch viel Zuspruch und Beifall gehört, man könne nicht alles pauschalisieren, sagte der Leverkusener Coach. Einen Tag nach dem 3:2 (2:0) gegen den FSV Mainz 05 war Dutt mit Blick auf das angespannte Verhältnisses zum Leverkusener Publikum um moderate Töne bemüht.

Tags zuvor war Dutt noch deutlich auf Distanz zu den Bayer-Fans gegangen. „Hier sind die Leute erst zufrieden, wenn man zehn Mal hintereinander 3:0 gewinnt“, monierte Dutt und zeigte sich verwundert: „Das ist neu für mich, aber man sagt mir, dass es nicht neu für Leverkusen ist. Das ist seit Jahren so. Das Publikum ist anspruchsvoll.“ Dutt, der am Dienstag seinen 47. Geburtstag feiert, weiß nur zu gut, dass er nicht mehr all zu viel Kredit in Leverkusen besitzt.

Ein gellendes Pfeifkonzert hatte er für seine Personalentscheidung, Michael Ballack nach gut einer Stunde auszuwechseln, von den Bayer-Fans erhalten. „Der Spielverlauf hat gezeigt, dass die Auswechslung nicht so falsch war“, rechtfertigte sich Dutt und erhielt dafür auch Unterstützung von Sportchef Rudi Völler „Ich hätte ihn schon zur Halbzeit ausgewechselt, weil er nicht gut war. Aber das müssen die Zuschauer akzeptieren, dass der Michael auch mal ausgewechselt werden darf.“ Dabei waren die atmosphärischen Störungen zwischen Fans und Trainer eigentlich in den Tagen vor dem Mainz-Spiel ausgeräumt worden. Dutt hatte drei Stunden mit Fanvertretern kontrovers diskutiert und schließlich einen Schulterschluss vollzogen.

Wie fragil das ganze Gebilde in Leverkusen aber ist, wurde gegen Mainz deutlich. Auch die Mannschaft blieb beim propagierten Neuanfang vieles schuldig. 45 Minuten lang hatte Bayer die Partie gegen schwache Mainzer im Griff, nach dem Anschlusstreffer geriet der Vizemeister zunehmend in Bedrängnis. Das Spiel drohte komplett zu kippen, ehe Lars Bender in der 70. Minute der überraschende Siegtreffer gelang. „Die erste Halbzeit war ein deutlicher Schritt nach vorn. Und nach dem 2:2 haben wir Moral gezeigt“, lobte Dutt.

So hat Bayer zumindest punktemäßig den Kontakt zu den Champions-League-Plätzen nicht gänzlich abreißen lassen. Sieben Zähler beträgt der Rückstand zu Platz vier, und nichts anderes ist das Ziel, wie Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser klarstellte: „Die Spielerqualität kann sich weiterhin sehr gut sehen lassen. Zumindest so gut, dass wir unser Ziel, auch in der kommenden Saison wieder in der Champions League zu spielen, immer noch erreichen können. Das sollten wir auch, wenn wir weiterhin Spitzenfußball in Leverkusen bieten wollen.“ Der Kader sei nur bei einer erneuten Qualifikation für die Champions League zu finanzieren, ergänzte Holzhäuser.

Am Samstag steht das richtungweisende Spiel bei Werder Bremen auf dem Programm. Die Hanseaten stehen einen Zähler vor Bayer. Man müsse an die positiven Dinge anknüpfen, betonte Dutt. Dann dürfte auch Ballack wieder auflaufen. Völlig normal sei das Verhältnis zum früheren Nationalmannschaftskapitän, sagte Dutt. Der nach der Auswechslung fehlende Handschlag sei in der Kabine nachgeholt worden sein. dapd

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