Sport : Spitzenplatz nach Spitzenspiel

Alba Berlin besiegt Bamberg 71:63 und übernimmt die Tabellenführung in der Basketball-Bundesliga

Benedikt Voigt

Berlin - Immerhin, einige Minuten lang verstanden sich die Spieler von Alba Berlin und GHP Bamberg ganz gut. Der Berliner Stefano Garris hob sogar den Bamberger Dirk Mädrich in die Höhe, damit dieser unter dem Applaus der 8861 Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle einen Defekt an der Korbanlage reparieren konnte. Dann war es aus mit der Freundschaft. Beim 71:63 (35:30)-Erfolg von Alba über GHP Bamberg dominierte wie erwartet der Kampf.

„Es war ein sehr intensives Spiel auf hohem Niveau“, sagte Berlins Trainer Henrik Rödl. Es ging ja auch um die Tabellenführung und eine gute Ausgangsposition für die Play-offs. Platz eins hat Alba nun zurück erobert. „Wir lieben die Favoritenposition“, sagte Rödl. Sein Team hatte das Spiel durch eine intensive Verteidigung gewonnen. „Alba war noch einen Tick physischer als wir und hat uns so aus dem Rhythmus gebracht“, sagte Bambergs Trainer Dirk Bauermann. Hinzu kam, dass die Berliner 47 Prozent ihrer Würfe hinter der Dreipunktelinie trafen. „Das war eigentlich bisher nicht die Stärke von Alba“, wunderte sich Bauermann, „diesmal hat Alba Nervenstärke bewiesen“. Jovo Stanojevic (16 Punkte) und Michael Wright (15 Punkte) trafen für Alba am besten, doch Rödl hob vor allem die Verteidigungsleistung von Matej Mamic hervor. „Er verbreitet den Geist, den wir hier bei Alba haben wollen.“

Kurz vor der Pause gerieten die Spieler nach einem unsportlichen Foul von Ensminger in einer Rangelei aneinander. Als sich die Lage beruhigt hatte, verhängten die umsichtigen Schiedsrichter auch gegen Albas Jovo Stanojevic und Bambergs Uvis Helmanis unsportliche Fouls. Das Spiel ähnelte zeitweise einer Rangelei, doch das ist man spätestens seit der Play-off-Serie zwischen beiden Teams im vergangenen Jahr gewohnt. Damals gewann Bamberg mit 3:2-Siegen. Diesmal benötigten die Berliner nach einem 0:6-Start etwas Zeit, ehe sie nach einer 9:0-Serie im ersten Viertel das Spiel in den Griff bekamen: 16:12. Erst nach der Pause setzte sich Alba nach einem Dreipunktewurf von Garris auf 55:43 etwas ab. Diese Führung behauptete Alba bis kurz vor Schluss. Mit acht Punkten Vorsprung ging Alba in die letzten zwei Minuten.

Beim Stand von 65:59 begann Bamberg, taktische Fouls zu begehen, damit die Spieluhr angehalten wurde. Die Berliner trafen nur noch jeweils einen von zwei Freiwürfen. Mamic scheiterte sogar freistehend in den letzten Sekunden bei einem Dunking-Versuch. So vergab Alba die Möglichkeit, auch den direkten Vergleich zu gewinnen, der bei Punktgleichheit am Ende der Hauptrunde wichtig werden kann. Das Hinspiel hatte Alba 70:79 verloren. Dafür freuten sich die Berliner über die Tabellenführung. Sie dürfte dem Selbstbewusstsein vor dem wichtigen Pokal-Viertelfinale in Bonn am Mittwoch nicht gerade abträglich sein.

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