Spitzensportförderung : Sportreform: Da geht noch was

Die Landessportbünde Berlin und Brandenburg hoffen auf schnelle Fortschritte. Nachbesserungsbedarf sehen sie bei der Sichtung der Talente und der Trainerausbildung.

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Klaus Böger ist Präsident des Landessportbundes Berlin.
Klaus Böger ist Präsident des Landessportbundes Berlin.Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Als Präsident des Landessportbundes Berlin sitzt Klaus Böger nicht direkt mit am Tisch, wenn der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und das Bundesinnenministerium über die Spitzensportreform diskutieren. Dennoch bekommt er genug mit, um über die Zusammenarbeit von DOSB und Innenministerium zu sagen: „Es ist ganz offensichtlich, dass es erhebliche Spannungen gibt.“ Und die sind vielfältig, unter anderem bei den Themen Bundesstützpunkte, Potas-Kommission zur Bewertung der Sportarten sowie Finanzierung ringen DOSB und Innenministerium miteinander.

Dass die Reform, die den deutschen Spitzensport zu mehr Effizienz und in der Logik der Verantwortlichen somit zu neuen Erfolgen bei Olympischen Spielen trimmen soll, dadurch ins Stocken geraten ist, gehört für Böger aber in gewisser Weise dazu. „Reformumsetzungen brauchen eben Zeit, Kraft und klare finanzielle Perspektiven“, sagt der 72-Jährige.

"Die Trainer sind verunsichert"

Aus seiner Sicht besteht die Schwierigkeit für den DOSB vor allem darin, die Einzelinteressen der vielen Sportfachverbände zu vereinen. Und so sieht Böger bei der Reform noch in einigen Bereichen Nachholbedarf: „Besonders die Förderung und Sichtung der Talente sowie die Trainerausbildung werden noch zu wenig berücksichtigt.“

Ähnlich empfindet es sein Kollege Andreas Gerlach, Präsident des Landessportbundes Brandenburg. „Das Problem ist: Die Trainer sind verunsichert“, sagt er. „Jetzt hängt alles davon ab, wie viel Geld der Sport vom Staat bekommt. Ich hätte mir gewünscht, dass alles zügiger geht.“ Doch mit den entscheidenden finanziellen Weichenstellungen ist wohl erst ab Anfang 2018 zu rechnen.

Dennoch begrüßt Gerlach die Reform. „Es ist wichtig, dass es diese Bestandsaufnahme gibt und alles auf dem Prüfstand steht. Wir fühlen uns dabei gut mitgenommen“, sagt er. Auch Böger hat aus der Analyse in Berlin vor allem Bestätigung für die bisherige Arbeit gezogen. „Vielleicht müssen wir unsere Ressourcen stärker konzentrieren“, sagt er. „Aber wir bangen in Berlin nicht um die 21 Stützpunkte.“

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